Trapa natans
458
Trxonal
Küste in Nordamerika, Heringsöl hauptsächlich
aus Schweden. Sardinen und Sardellen werden
in Japan, Sprotten in Belgien verarbeitet. —
Der meist zu den eigentlichen T. gerechnete
Haifischtran von Carcharias verus, glau-
cus und leucas ist ein Leberöl. — Im Handel
pflegt man die T. nach ihrer Herkunft als
Archangelsker (Wal- und Robbentran), Ber-
gener und Tromsoer (Leber-T.), Grönlän
discher, Dänischer, Neufundländer und
Südseetran zu unterscheiden. Schwedischer
Dreikronentran ist ein für technische Zwecke
aus verschiedenen besseren Sorten zusammen
gemischter brauner T. Der Farbe nach spricht
man von braunem blanken und weißem
T. — Der T. findet vielfache Verwendung zum
Sämischgerben, zum Einfetten von Leder, zur
Herstellung von Seife, als Zusatz zur Wichse,
als Schmiermittel und als Brennöl. Alle Tran
sorten lassen sich, auch im Gemisch mit an
deren Ölen, daran erkennen, daß sie mit Natron
lauge sowie mit konz. Schwefelsäure (1,530)
oder sirupöser Phosphorsäure eine rotbraune
Farbe annehmen.
Trapa natans. (Wassernuß.) Die Frucht
kerne dieser Pflanze sind sehr reich an Nähr
stoffen und enthalten nach König in frischem
Zustande: 38,450/0 Wasser, 10,780/0 Stickstoff
substanz, 0,690/0 Fett, 47,34% stickstofffreie Ex
traktstoffe, 1,200/0 Rohfaser und 1,54% Asche.
Sie werden in südslawischen Ländern (Rußland,
Serbien) roh, oder gekocht, oder gebraten zur
menschlichen Ernährung benutzt. Auch bilden
sie, besonders für Schweine, ein geschätztes
Futtermittel.
Traß (Duckstein) ist ein gelbbraunes bis
bräunliches vulkanisches Trümmergestein,
das in der Nähe ausgebrannter Vulkane vor
kommt und oft mächtige Lager in Tälern so
wie um Hügel und Berge herum bildet. Wo
das Gestein nicht zu porös ist, wird es zum
Bauen sowie zu Steinmetzarbeiten verwandt und
dann als Duckstein bezeichnet, während die Be
nennung T. eigentlich nur der gepochten und
gemahlenen Felsart zukommt, die als Möftel-
masse sowie als natürlicher Zement Verwen
dung findet. Das Mineral hat denselben Ur
sprung und die gleiche Zusammensetzung und
Verwendbarkeit wie die italienische Puzzqlan-
erde (s. d.). Es braucht daher als ein von der
Natur fertig gebrannter Zement nur mit fri
schem, fettem Kalkbrei versetzt zu werden, um
einen sehr guten Luftmörtel zu bilden, während
unter Anwendung von magerem Kalk Wasser
mörtel entsteht. Das Gemenge muß so lange
gestoßen und geschlagen werden, bis es eine
völlig gleichmäßige Masse bildet. Deutschland
besitzt reiche Lager am Rhein, besonders im
Brohl- und Nettetale bei Andernach, und ver
sendet erhebliche Mengen auf größere Ent
fernungen, am meisten stromabwärts nach Hol
land, wo sie zu Wasserbauten beständig ge
braucht werden. Die Holländer treiben aber
auch Handel damit, indem sie die Rohmasse
mahlen und als Utrechter T. weiter verkaufen.
Traubenkernöl, das durch Auspressen erhal
tene fette öl der Weintraubenkerne, das
schwach gelblich und beinahe geruchlos er
scheint, hat ein spez. Gew. von 0,920, erstarrt
bei — 11 0 zu einer butterartigen Masse und
wird an der Luft leicht dickflüssig und ranzig.
Traubenkraut (Mexikanisches Trauben
kraut, Jesuitentee, Kartäusertee, lat.
Herba chenopodii ambrosioidis s. Herba bo-
tryos mexicanae, frz. Th4 de mexique ou
ambroisö, engl. Ambrose) nennt man die ge
trockneten Blätter und Blüten eines einjährigen
Meldengewächses, Chenopodium ambro-
sioides L., das aus Mittelamerika stammt und
bei uns in Gärten und als Handelspflanze ge
zogen wird. Die Pflanze besitzt infolge ihres
Gehaltes an ätherischem Öl einen angenehm
aromatischen Geruch und etwas kampferartigen
Geschmack und dient hauptsächlich als krampf
stillender Tee sowie als Mittel gegen Motten.
Traumatizin (lat. Traumaticinum, Liquor gut-
tae perchae, frz. und engl. Traumaticine) nennt
man eine Lösung von Guttapercha in der 10- bis
15 fachen Menge Chloroform. Es hinterläßt
nach dem Verdunsten des Lösungsmittels ein
dünnes, sehr elastisches, nicht zusammen
schrumpfendes Häutchen und wird daher wie
Kollodium zum Verschließen von Schnittwunden
sowie zum Überziehen von Brandstellen und
Frostbeulen benutzt. Durch einen geringen Zu
satz von Kautschuk kann die Klebkraft erhöht
werden.
Trimethylamin (lat. Trimethylaminum),
eine starke, stickstoffhaltige, organische Base,
N(CH 3 ) 8 , findet sich teils frei, teils an Säuren
gebunden in verschiedenen Pflanzen, besonders
aber in der Heringslake, die gewöhnlich zu
seiner Darstellung benutzt wird. Man destilliert
die Pleringslake mit Kalkmilch, neutralisiert das
Destillat mit Salzsäure, dampft zur Trockene
und zieht den Rückstand mit 96 % igem Alkohol
aus, der nur das salzsaure Trimethylamin, hin
gegen nicht den beigemengten Salmiak löst.
Der weingeistige Auszug wird nach dem Ab
destillieren des Alkohols mit Kalilauge erhitzt
und das übergehende T. in Wasser aufgefangen.
Die farblose, stark alkalisch reagierende Flüssig
keit von intensivem Heringsgeruch findet be
schränkte medizinische Verwendung. Neuer
dings wird das T. auch aus der Zuckerrüben
schlempe dargestellt, enthält dann aber häufig
noch Methylamin und Dimethylamin.
Trinitrotoluol, C 7 H 5 (N0 2 ) 3 , ein durch Nitrie
ren des Toluols (s. d.) erhaltenes Pulver vom
Schmelzpunkt 73 °, bildet unter Bezeichnungen
von Trotyl u. a. einen der wichtigsten Spreng
stoffe.
Trional, das Methylderivat des Sulfonals (Me-
thylsulfonal), wird in analoger Weise wie das
Sulfonal (s. d.) dargestellt, indem man vom
Äthylmethylketon und Äthylmerkaptan ausgeht.
Es bildet farblose, glänzende und geruchlose
Tafeln, die bei 76° schmelzen und in kaltem
Wasser schwer, leichter in heißem Wasser und
in Alkohol und Äther löslich sind. T. wird zur
zeit als das beste Schlafmittel angesehen und
hat vor dem ähnlich wirkenden Sulfonal den
Vorzug, keine unangenehmen Nebenwirkungen
zu äußern. Von anderen, dem Sulfonal chemisch
verwandten, Verbindungen dienen noch das
M et h on al(Dimethylsulf ondimethylmethan) und
das Tetronal (Diäthylsulfondiäthyhnethan) als
Schlafmittel.