Ballhausens Magentropfen
Bankulnüsse
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von gelber Farbe in den Handel kommt, ist so
reich an Valeriansäure, daß sie zu deren Ge
winnung geeignet erscheint.
Ballhausens Magentropfen, aromatisierte und
versüßte spiii uöse Lösung verschiedener stark
abführender Drogen wie Aloe, Rhabarber, Senna,
Jalapen.
Balsam (lat. Baisamum, frz. Baume, engl.
Balm) nennt man dickflüssige Stoffe von harzi
ger und öliger Natur, welche teils freiwillig,
teils durch künstliche Einschnitte in die Rinde
gewisser Bäume ausfließen. Die meisten B. sind
Gemische von Harzen mit ätherischen Ölen, ent
halten aber auch häufig noch andere Körper,
namentlich aromatische Säuren (Zimtsäure, Ben
zoesäure) sowie deren Äther und Aldehyde. Mit
Ausnahme des Terpentins, den man jedoch ge
wöhnlich nicht zu den B. rechnet, entstammen
alle B. der warmen Zone. Von den im Handel
vorkommenden B. sind in besonderen Artikeln
besprochen: Perubalsam, Tolubalsam, Ko-
paivabalsam, Gurjunbalsam, Storax und
Kanadabalsam.
Bambco.iüsse (Bambeonüsse), die sehr har
ten Samen der Weinpalme, Raphia longi-
flora, sind 4,5—6,5 cm lang, walzig eiförmig
und mit einer nur dünnen Rinde bedeckt. Man
benutzt sie zu Drechslerarbeiten, wozu sie sich
aber weniger gut eignen als die Steinnüsse,
Bambusrohr (frz. und engl. Bamboo) ent
stammt einer zu den Gräsern gehörigen tro
pischen Pflanze, Bambusa arundinacea, die
mit erstaunlicher Raschheit baumartig zur Höhe
von 20 m und darüber emporwächst. In aus
gewachsenem Zustande ähnelt ihr Bau demjeni
gen einer italienischen Pappel, indem der 80 cm
dick werdende gerade Stamm etwa 6 m über
dem Böden nach allen Seiten zahlreiche auf
strebende Äste austreibt, die mehrfach wieder
Seitentriebe aussenden. Der ganze Schaft ist
hohl und in kurzen Abständen durch Knoten
ungeteilt, wie die bei uns gebräuchlichen Bam
busstöcke und Schirmstiele, irrtümlich wohl auch
Zuckerrohr oder Pfefferrohr genannt, er
sehen lassen. In Ostindien und anderen Gegen
den Südasiens, wo der Bambus in großer Menge
wächst und seines vielfachen Nutzens weg;en
auch häutig gepflanzt wird, findet er die mannig
faltigste Verwendung. Bei großer Leichtigkeit,
verbunden mit bedeutender Festigkeit und Dauer
haftigkeit, die besonders durch d e stark kiesel
haltige Rinde bedingt wird, bildet das stärkere
,,°lz ein ausgezeichnetes Material zu Wasser
rohren und Gefäßen, zürn Häuser- und Brük-
henbau, zu Masten, Stangen und Leitern. Dün-
?o r e Stämme dienen zu Möbeln und anderen
Hausgeräten, gespalten zu Flechtwerk, Körben,
glatten, Segeln, Rollvorhängen, Regen- und
Sonnenschirmen, Hüten und Stricken, ja selbst
zu Kunstarbeiten, wie Schnitzwerk, gravierten
und eingelegten Arbeiten. Die im Innern der
täbe angesammelte weiße Ausscheidung von
Kieselsäure wird von den Hindus unter dem
^yrnen Tabaschir als Arzneimittel verwandt
le Chinesen benutzten das B. außerdem zur
.Leitung von Papier und die jungen Triebe als
®, In spargelähnliches Gemüse. Neuerdings hat
k'ch auf Jamaika ein Ausfuhrhandel mit Bam-
l, sfaser entwickelt, die mittels zerreibender
Maschinen hergestellt wird und teils nach Eng
land, häufiger aber nach Nordamerika ausge
führt wird, jedenfalls als Papierstoff. Die Sa
menkörner des B. geben ein leidliches Brot, je
doch hat diese Verwendung nur geringe Be
deutung, da die Pflanze erst mit 25 Jahren, und
dann nur für einmal Samen trägt, worauf sie
gleich abstirbt. Die grünen zarten Sprossen
werden in Indien mit Essig und scharfem Ge
würz eingemacht und unter dem Namen Achia
oder Atchia verkauft.
Bananen (frz. Bananes, engl. Bananas) sind
die Früchte verschiedener Arten der Gattung
Musa (Pisang), namentlich aber von Musa
paradisiaca, Musa sapientum und Musa
chinensis. Die in den ganzen Tropen verbrei
teten und auch angebauten Pflanzen gehören zu
den ergiebigsten Nahrungspflanzen, indem eine
jede aus ihren stets neu aufsprossenden Stäm
men im Jahre durchschnittlich 50—75 kg Früchte
liefert, die an einem gemeinschaftlichen Stiele
(Fruchtkolben) oft bis zu 200 Stück hängen.
Die Früchte bilden eines der wichtigsten Nähr
mittel für die Tropengegenden und werden
auch in großen Mengen nach Europa ein
geführt. Die Beförderung geschieht mit Schnell
dampfern aus Westindien und besonders von
den Kanarischen Inseln in der Weise, daß die
Fruchtzweige hängend oder in Körben ver
sandt werden. Die einzelnen Früchte sind
gewöhnlich 1 — 11/ 2 dm lang, sichelförmig ge
krümmt, zeigen drei stark hervortretende und
drei schwächere Kanten und haben eine gelbe,
braunfleckige dicke Schale und ein mehliges,
süßes Fleisch, welches einen deutlichen Geruch
und Geschmack nach Essigsäureamylester be
sitzt. Die getrockneten Früchte werden auch
zur Herstellung von Bananenmehl, Bananen
stärke (als Zusatz zu Bananenschokolade) und
einer Art Arrowroot (s. d.) benutzt. — Bananen
faser s. Manilahanf.
Bandwurmmittel. Nach Husemann werden
hierzu folgende, in besonderen Abschnitten be
sprochene Drogen benutzt; Arekanüsse, Farn
wurzel, Granatrinde, Kamala, Kupferoxyd, Kusso-
blüten.
Bankulnüsse (frz. Noix debancoul, engl. Gandle
nuts) sind die Früchte des Kerzenbaums
(Lichtnußbaum, Kan dl enu ß b a u m), eines
großen, 12—15 m hoch werdenden Baumes aus
der Familie der Euphorbiazeen, Aleurites
triloba Forst (Aleurites molluccana Wilid.),
der auf den Südsceinseln seine Heimat hat, aber
auch in Vorder- und Hinterindien, Java, Re
union und Mauritius, in Westindien und Süd
amerika angebaut wird. Der sehr schnell wach
sende Baum trägt schon im zweiten Jahre Früchte
und gedeiht sowohl auf den Gebirgen als auch
in der Ebene. Die fleischige Kapselfrucht ist
rundlich, etwas zusammengedrückt, im reifen
Zustande olivenfarbig und hat 4 bis 6 cm im
Durchmesser. Sie enthält gewöhnlich 1—2, mit
steinharter, runzliger, dunkelbrauner Schale um
gebene Samen, welche 12—15 g wiegen und
zur Gewinnung des Bankulöles (etwa 60 0/0, s.
d.) dienen. Auf den Südseeinseln benutzen die
Eingeborenen die B. schon seit langer Zeit als
Beleuchtungsmaterial, indem sie d.e zerstoße
nen Samen mit Baumwolle zu einem Teig ver-