Object: Die Nationalökonomie in Frankreich

Schlußwort 
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dieser mittlern Linie wird durch die von vielen geäußerte, aber 
wohl von Renouvier am gründlichsten durchgearbeitete Idee 
bestimmt, daß die Pflege und Ausbildung der Individualität Ziel 
und Maß für die staatliche Intervention abzugeben habe. 
Die wichtigsten Berührungspunkte von Individualismus 
und Interventionismus — das ist unsere vierte Schlußfolgerung — 
sind, außer der Gemeinsamkeit der Methoden, das beiderseitige 
Festhalten an universellen und permanenten Gesetzen der Volks 
wirtschaft, und die von Vertretern beider Grundanschauungen, 
teilweise als Folgerung aus dem Solidaritätsgedanken erhobene For 
derung genossenschaftlicher Organisation des Wirtschaftslebens. 
Was zunächst die Existenz universeller und permanenter 
Gesetze der Volkswirtschaft betrifft, so ist ja ohne weiteres be 
greiflich, daß die individualistischen Volkswirte daran festhalten. 
Aber wie de Molinari die Gesetze des Wirtschaftslebens in 
den grundlegenden biologischen Naturgesetzen findet, so setzt 
Gauwès an die Stelle der wirtschaftlichen Gesetze der Klassiker 
das Gesetz der Arbeitsteilung und dessen Korollare; und wie 
Leroy-Beaulieu die Existenz universeller und permanenter, 
volkswirtschaftlicher Gesetze als wesentliches Resultat seiner 
induktiven Forschung proklamiert und deren Sonderung von 
zeitlich und räumlich begrenzten Gesetzen als eine Hauptaufgabe 
der Wissenschaft hinstellt, so bekennt sich Gide zu der Auf 
fassung, daß Montesquieu und die Physiokraten die Idee einer 
konstanten Ordnung der Erscheinungen definitiv aus dem natur 
wissenschaftlichen Gebiet in das sozial wissenschaftliche herüber 
getragen haben, und daß die Wirtschaftswissenschaft, insofern 
sie die spontanen Beziehungen der in Gesellschaft lebenden 
Menschen erforscht, auf dem Wege ist, eine Naturwissenschaft 
zu werden. 
Es ist zweitens auffallend, wie groß die Zahl der Volks 
wirte aller Schulen ist, die eine berufs- oder konsumgenossen 
schaftliche Organisation des Wirtschaftslebens anstreben. Bei 
der liberalen Schule sind esd’Eichthal, Villey, Deschamps, 
Schatz; bei den Katholiken die Gruppe der Feudalen und die 
christlichen Sozialisten ; bei den Interventionisten und Solidaristen 
vor allem Gide mit seinem großen internationalen Anhang; 
bei den Philosophen und Soziologen Fouillée, Renouvier, 
Tarde und Durkheim.
	        
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