18 Die Entwicklung der deutschen Portland-Zementindustrie usw.
Jahren 30—40°/o Dividende verteilt, 1876 nach reichlichen Abschreibungen
ebenfalls 40°/o Dividende. Alle Neuanlagen und
Grundstücksankäufe wurden aus vorhandenen Mitteln gemacht.
1879 hatte sich ein solches Mißverhältnis zwischen dem Aktienkapitale
und dem Fabrikwerte herausgebildet, daß ohne Kapitalzuzahlung
neue Aktien ausgegeben wurden. Selbstverständlich
hatten zu diesem günstigen Ergebnisse auch Verbesserungen in
der Technik der Fabrikation beigetragen.
Nach den Protokollen des Vereins deutscher Portland-Zement-Fabrikanten,
der 1877 gegründet wurde, gehörten ihm 1879
bereits 33 Fabriken an; diese Zahl dürfte mit der der damals in
Deutschland überhaupt vorhandenen Portland-Zementfabriken
ziemlich identisch sein, da dem Vereine von Anfang an stets
alle deutschen Fabriken mit nur ganz wenigen Ausnahmen angehört
haben.
Was ihre örtliche Verteilung anbelangt, wofür natürlich das
Vorkommen der Rohstoffe maßgebend ist, so hatten sich schon
damals folgende Produktionsgruppen gebildet: 1. Die Stettiner,
2. die schlesische, 3. die märkische, 4. die sächsische (mitteldeutsche),
5. die unterelbische, 6. die hannoversche, 7. die
rheinisch-westfälische, 8. die süddeutsche Gruppe. Diese Verteilung
besteht heute noch. Die mitteldeutsche und hannoversche
Gruppe waren damals noch sehr klein und die süddeutsche
erstreckte sich noch nicht auf Bayern, wo damals noch kein
Portlandzement, sondern nur Romanzement produziert wurde.
Bevor wir die Entwicklung der deutschen Portland-Zementindustrie
weiter betrachten, wollen wir uns etwas mit dem Vereine
deutscher Portland-Zementfabrikanten befassen, der für sie
von großer Bedeutung gewesen ist. Dieser Verein ist hervorgegangen
aus dem Vereine für Fabrikation von Ziegeln, Tonwaren,
Kalk und Zement und wurde im Jahre 1877 auf Anregung
des Dr. Delbrück gegründet. Der Zweck war zunächst,
Normen für die Lieferung und Prüfung von Portlandzement aufzustellen,
um diesen vor minderwertigen Konkurrenzprodukten
zu schützen. Ferner sollte den Mitgliedern zur Pflicht gemacht