Die Entwicklung der deutschen Portland-Zementindustrie usw.
Ministerien an in allen Bundesstaaten, und vom Jahre 1880 ab
konnte man mit Recht diese Normen als deutsche bezeichnen.
Eine große Genugtuung für den damals noch jungen Verein war
es, daß sich die größte Autorität in England auf diesem Gebiete,
Mr. Grant, mit allen wesentlichen Punkten einverstanden erklärte
und zwar abweichend von den bisher in England bestehenden
Prinzipien 1 . Durch die Normen wurde das Vertrauen des
Publikums auf den deutschen Portlandzement wesentlich gestärkt.
Es wurde ferner erreicht, daß bei Submissionen mehr Rücksicht
auf den Wert des Produktes genommen wurde, was bis dahin
noch garnicht der Fall gewesen war. Die Güte des Portland
zementes wurde verbessert, schon in den nächsten Jahren be
mühten sich die Fabriken, die Anforderungen der Normen zu
übertreffen.
Seit dem Jahre 1882 wurde vielfach Portlandzement, der mit
gemahlener Schlacke gemischt war, als reiner Portlandzement
verkauft. Dadurch kamen die Fabriken, die keine Mischung
Vornahmen, bedeutend in Nachteil, da das gemischte Produkt
bedeutend billiger war als der reine Portlandzement. Es ließ
sich jedoch zunächst nichts dagegen tun, denn der gemischte
Zement genügte den Normen und eine Begriffserklärung für
Portlandzement gab es noch nicht. Es wurde daher eine Re
vision der Normen beschlossen und zunächst eine Resolution
gefaßt, nach der alle Beimischungen zum Portlandzement als
Fälschungen zu betrachten seien mit Ausnahme solcher Zusätze
bis zu 20°/o, die dem Portlandzement gewisse Eigenschaften er
teilen, wie z. B. Gips, der die Abbindezeit verlängert. Unter
suchungen über die Frage, ob gemischter Portlandzement besser
sei als ungemischter oder nicht, bestätigten das letztere und man
/kam zu folgender Begriffserklärung: Portlandzemente sind Er
zeugnisse, welche aus Kalkmergeln oder künstlichen Mischungen
ton- und kalkhaltiger Stoffe durch Brennen bis zur Sinterung
und darauffolgender Zerkleinerung bis zu Mehlfeinheit gewonnen
1 Protokolle des Vereins deutscher Portland-Zement-Fabrikanten 1881, S. 5.