Viertes Kapitel
DER GEGENWÄRTIGE STAND DES GOULDSCHEN VER-
MÖGENS
\Ws war nun das konkrete Ergebnis, was war die groß-
artige Höhe, die Gould nach fünfzehnjähriger Räuberei
erreicht hatte? Er selbst zeigte es auf anschauliche Weise,
als er am 13. März 1882 Sage und seine andern Gesellschafter
zusammenrief und ihnen einen mit Wertpapieren vollge-
stopften Kasten vorwies. Es waren in Wallstreet ihn herab-
setzende Gerüchte ausgestreut worden, ein Fallen der
Kurse habe ihn vor kurzem schwer getroffen, und um diese
Behauptungen Lügen zu strafen, rief er Zeugen herbei,
um durch eindrucksvolle Beweise darzutun, daß sein Reich-
tum und seine Macht unversehrt seien. Er legte 23 Millio-
nen Dollar Western-Union-Aktien, 12 Millionen Dollar Mis-
zouri-Pacific-Aktien und 19 Millionen Dollar anderer Aktien
vor. „Es gibt außer Vanderbilt keinen Mann in Amerika,“
bemerkte Sage, „der eine solche Schaustellung von Aktien
veranstalten könnte.“ Aber die Wertpapiere, die Gould so
aufdeckte, bildeten nur einen Teil seines Reichtums; vieles
andere war nicht darin enthalten. Zwei Jahre später ver-
anstaltete er in prahlerischer Weise eine zweite noch größere
Schaustellung.
Diese Haufen von Aktien und Obligationen waren die
rechtskräftigen Beweise von der weitreichenden Macht
dieses einen Mannes. Durch ihren Besitz stand ihm nicht
nur die Verfügung über die von zahlreichen Gesellschaften
herbeiströmenden großen Einkünfte zu, sondern auch die
üanbeschränkte Macht über eine ungeheuer große Schar von
Lohnarbeitern. Jeder Dollar seines Vermögens war durch
Hinterlist, Bestechung, Betrug und Diebstahl erlangt worden ;
doch nun stand er da als einer der herrschenden Magnaten
des Landes, als der Eigentümer verzweigter Besitzungen, als
der Herr über das Schicksal von Zehntausenden von Arbeitern.
Hinter ihm als unüberwindlicher Schutz stand das Gesetz
und sicherte ihm den Besitz des durch Diebstahl Erreichten.