Full text: Die Entwicklung der deutschen Portland-Zement-Industrie ...

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Die Kartelle in der deutschen Portland-Zementindustrie. 
auf und die Einigung der deutschen Zementindustrie wurde voll 
ständig durch die Gründung einer Zementverkaufsstelle in Berlin 
für den Absatz auf dem dortigen Markte. Daran sind die Berliner 
Fabriken mit zwei Drittel, die hannoverschen, mitteldeutschen 
und Stettiner mit zusammen ein Drittel des Gesamtabsatzes be 
teiligt 1 . Die Schlesier werden dadurch entschädigt, daß ihnen 
ihr an Schlesien und Sachsen angrenzendes mitteldeutsches Ab 
satzgebiet von den Berliner und mitteldeutschen Marken nicht 
bestritten werden soll. Der süddeutsche Verband, der noch bis 
1914 lief, ist bis 1925 verlängert worden und hat noch einige 
Außenseiter hereingenommen. 
Die geschäftliche Lage der deutschen Zementindustrie ist also 
zurzeit gut, die Absatzverhältnisse sind geregelt und die Preise 
befriedigend. Eine Ausnahme davon macht das rheinisch-west 
fälische Gebiet. Hier sind die Verhältnisse in den letzten Jahren 
stets am schlechtesten gewesen, weil hier am meisten neue 
Fabriken gegründet wurden. Zwar hat das Syndikat immer 
wieder Außenseiter aufgenommen, doch die Neugründungen 
wollten nicht auf hören, so daß es heute noch von einer großen 
Anzahl freier Fabriken umgeben ist, mit denen es einen harten 
Kampf zu führen hat. Die Preise sind daher niedrig und lassen 
nur geringen Nutzen. Der Konsum nimmt zwar auch dort zu, 
der Absatz der Syndikatswerke ist jedoch sehr gering. Er be 
trug 1908: 55,7 °/o 1 2 , 1909: 47,34 °/o 3 und 1910: 57,4% 4 vom Kon 
tingent. Auch die Vereinbarungen, die das Syndikat mit Ab 
nehmerverbänden getroffen hat, konnten daran nichts ändern. 
Es hat z. B. den Mitgliedern des Arbeitgeberbundes für das 
Baugewerbe im rheinisch-westfälischen Industriebezirk besondere 
Vergünstigungen eingeräumt, wofür diese nur Syndikatzement 
beziehen dürfen. Ferner war unter Mitwirkung des Syndikats 
der Verein rheinisch-westfälischer Syndikatszementhändler ge 
1 Kartellrundschau 1911, S. 899. 
2 Jahresbericht, der Handelskammer Münster 1908, S. 119. 
3 A. a. O. 1909, S. 198. 
1 A. a. O. 1910, S. 117.
	        
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