Die Zementpreise während der Zeit der Kartelle.
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100 kg ab Beckum, dem Zentrum der rheinisch-westfälischen
Zementindustrie, was ungefähr einer Entfernung von 100 km
entspricht, zu einem festen Preise; von 1906 ab nach allen
Stationen seines Gebietes ohne Rücksicht auf die Entfernung.
Es wurde dabei eine bestimmte Fracht zugrunde gelegt, ein
Mehr oder Weniger war von den Fabriken zu tragen, respektive
kam ihnen zugute. Die Abschwächung der Preise an den Grenzen
blieb bestehen. Das hat für die Abnehmer die große Annehm
lichkeit, daß sie alle ihren Bedarf an Zement zu dem gleichen
Preise decken können und keiner gegenüber seinem Konkurrenten
durch die größere Entfernung von der liefernden Zementfabrik
benachteiligt ist. Das ist aber nur möglich, wenn ein Syndikat
besteht, das die Aufträge nach Möglichkeit den geographisch
bestgelegenen Fabriken zuteilt und außerdem durch Verträge so
geschützt ist, daß es seine Preispolitik ungestört verfolgen kann.
Die süddeutsche Zementverkaufsstelle verkauft ebenfalls franko,
doch sind die Preise für die verschiedenen Orte verschieden je
nach Maßgabe der Konjunktur, wodurch diese besser ausgenützt
werden kann. Es müssen jedoch alle Fabriken nach einem be
stimmten Orte zu einem bestimmten Preise liefern, ganz gleich,
wie groß die Entfernung ist. Durch diese Politik des rheinisch
westfälischen und süddeutschen Syndikats wird erreicht, daß die
zu einem Hauptabsatzgebiet günstig gelegenen Werke auch unter
der Herrschaft des Kartells denselben Vorteil daran haben wie
bei freier Konkurrenz, was dort nicht der Fall ist, wo das
Kartell ab Fabrikstation zu einem bestimmten Preise ver
kauft.
Die schon erwähnte Politik der Kartelle, in fremde Gebiete\
auch dann zu verkaufen, wenn dort die Preise niedriger standen
als im eigenen, können wir auch in der Zeit der Verträge zwi
schen den Verbänden beobachten. So verkauften die süddeut
schen Werke 1905 in ihrem eigenen Gebiete am Rhein 100 kg
für 3,05—3,35 Mk., während der Preis in Rheinland-Westfalen
auf 2,50 Mk. stand. Trotzdem waren sie an dem Absätze des
Madelung, Entwicklung der Deutschen Portland-Zementindustrie. 5