Full text : Die Entwicklung der deutschen Portland-Zement-Industrie ...

84  Die  deutsche  Portland-Zementindustrie  in  ihrem  Verhältnisse  zum  Auslande.

New-York  über.  Das  Aktienkapital  dieser  Gesellschaft  beträgt
$  1200  000  prefered  und  ebenso  viel  commonshares.  Davon  besitzt
die  Hamburger  Gesellschaft  je  $  1160000.  Außerdem  hat  sie  noch
150000  5%  first  Mortage  Bonds  übernommen,  während  ebensoviel
anderweitig  begeben  wurden.  Die  Produktionsfähigkeit  der
amerikanischen  Fabrik  beträgt  zirka  9000000  Faß.  Im  ersten
Geschäftsjahre  arbeitete  die  neue  Gesellschaft  noch  mit  Verlust,
konnte  jedoch  in  den  folgenden  Jahren  1908/09  und  1909/10  die
Abschreibungen  verdienen;  die  Aussichten  für  die  Zukunft  sind
günstig 1 .  Ferner  wurde  ebenfalls  1899  in  La  Salle  im  Staate
Illinois  unter  der  Firma  German-American-Portland-Zement-Works
eine  Portland-Zementfabrik  mit  einem  Kapitale  von  $  450000
errichtet,  wovon  nur  $  60  000  in  Amerika,  der  Rest  in
Deutschland  begeben  wurden.  Die  Portland-Zementfabrik
Hemmoor  a.  d.  Oste  beteiligte  sich  daran  mit  $  250  000  und  übernahm ­
  außerdem  noch  Mortage  Bonds.  Die  Anlage  war  ursprünglich ­
  auf  300  000  Faß  Produktionsfähigkeit  berechnet,  ist
jedoch  inzwischen  auf  zirka  600000  Faß  vergrößert  worden.
Diese  Gesellschaft  konnte  weit  bessere  Resultate  erzielen  als  die
Alsensche.  Schon  1903  zahlte  sie  4%  Dividende,  arbeitete  im
nächsten  Jahre  allerdings  mit  Verlust,  wurde  jedoch  reorganisiert
und  brachte  in  der  darauffolgenden  Zeit  recht  gute  Gewinne.
Wie  wir  sehen,  ist  das  Kapital  dieser  beiden  Werke  zum
weitaus  größten  Teile  in  deutschem  Besitz  und  haben  die  beiden
deutschen  Fabriken  einen  durchaus  bestimmenden  Einfluß  auf  sie.
Wenn  auch  ihre  Produktionsfähigkeit  für  deutsche  Verhältnisse
recht  bedeutend  ist,  so  ist  sie  doch  im  Vergleiche  mit  der  amerikanischen ­
  Gesamtproduktion  verschwindend  klein,  weshalb  durch
die  beiden  Werke  auf  diese  ein  merklicher  Einfluß  nicht  ausgeübt
werden  kann.  Immerhin  machen  sie  den  dortigen  Fabriken
Konkurrenz  und,  wie  die  Ergebnisse  besonders  des  German-American-Portland-Zement-Works
  zeigen,  auch  mit  Erfolg.  Für
die  beiden  beteiligten  deutschen  Fabriken  bedeuten  sie  einen

1  Handbuch  der  deutschen  Aktiengesellschaften  1911/12.
            
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