Bom Brotpreis und Bäcerprofit, 35
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Art, Befonders für Kapitalsfräftige Fabrikanten ermöglicht dieS eine
(ufrative Kalkulation, die fihH dann beim eigentlichen Backprozeß fortjebt.
Hier öffnet fih eine Hauptquelle des verfchleierten Gewinnes, die für
den Laien nicht ohne weiteres erkennbar, dafür um fo fleißiger von dem
geriebenen Brotinduftriellen und ihren Direktoren auZgenüßt wird. Das
heim Brotbacen verwendete Mehl hat nämlig die Eigenjhaft, beim
Anrühren des Teige8 ganz beträchtliche Wafjfermengen in ih aufzunehmen
oder zu binden. Diefe Wajjermenge jchwanfkt je nad Provenienz und Qualität
des verwendeten Mehles. Die Wiener Mehlmijchung für Schwarzbrot
beträgt in der Regel Drei Teile Koggenmehl und einen Teil fogenanntes
Weizenbrotmehl (75:25). Ein jolches Mehlgemiih von trodenen Mehl-
jorten GHergeftellt Hat einen natürlichen Feuchtigkeitzgehalt von durch-
jhnittlih 12 Prozent und nimmt auf je 100 kg Mijchmehl 62 bis
70 kg Wajfer beim Anrühren des Teiges auf. Die Wiener Bäcker und
Brotfabrifen rechnen aber bei allen ihren Kalfulationen nur mit einer
Wafjeraufnahme von 60 kg auf 100 kg Brotmijhmehl. Einen derart
geringen Wafjerzujaßg nehmen nur ganz fchlechte oder feuchte Mehle,
die bereits bis zu 23 Prozent TVeuchtigkeitsgehalt Haben, auf. Ie befjer
die Yualität des BrotmehleS ift, defto größer kann der Wafjerzujaß
jein, defto geringer ijt aber auch das zu einem Laib Brot benötigte
HZuantum Mehl, fo daß alfo das teurere, beziehungSweife befjere Mehl
fig reichlich rentiert. Daraus erklärt e& ji, daß — obgleich das Yrot-
gewicht Heute mit 1°26 kg für den Qaib normiert ift, Hierzu nicht
92 dkg, fondern nur 86 dkg und weniger Mehl benötigt werden, und
daß demnach der Profit der Bäcker aus diefer UYutelle einer irreführenden
Kalkulation am diekjten fließt. Das wußten fon die ehrfamben Meifter
der Bäckerzunft in früheren Jahrhunderten. Diefjen würdigen Vorfahren
unjerer Broterzeuger eifert die lebende Generation der Bäckermeifter
eifrig nach und nicht nur fie; noch energijcher tun dies die p. t. PriVi-
fegierten Brotfabrikanten, ob fie nun mit dem Bundes- oder mit einem
Rarteimappen al? Schugmarke geziert find. ES find die umgefehrten
Erijpinufje. Während der Heilige Crijpin Leder ftahl, um daraus den
Armen Schuhe zu machen, {Huipfen fie den Armen ein biz zwei oder
auch mehr Dekagramm Mehl, wa3 je nachdem 600—1800 Kronen her
Laib ausmacht (und in Wien werden täglich !/, Million Laibe fonfjumiert),
um fich zu bereichern. Wer das bezweifelt — beftreiten werden e& NuUr
die „Intereffenten“ — der muß fich die Mühe nehmen, die Preisbildung
im einzelnen zu erforfchen. Er wird {ih überzeugen: Wo immer € unter
iraendeinem nlaufiblen — eventuell auch nicht plaufiblen — Vorwande