Contents: Der Briefwechsel zwischen Marx und Engels 1868-1883 / [hrsg. von D. Rjazanov] (Abt. 3, Briefwechsel, Bd. 4)

(1410) 1870 Sept. 12 
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1410. Engels an Marx; 1870 September 12. 
Manchester, 12. September 1870. 
Lieber Mohr, 
Unsre Freunde drüben — in Deutschland wie in Frankreich 
5 — überbieten sich allerdings gegenseitig in politischer Geschick- 
lichkeit. Diese Esel in Braunschweig! Sie waren bange, Du wür- 
dest es ihnen übelnehmen, wenn sie die ihnen gegebenen Gesichts- 
punkte verarbeiteten, und so gaben sie’s wörtlich. Eigentlich un- 
angenehm ist indes nur die Stelle von der Verlegung des Schwer- 
a punkts. Das zu drucken übertrifft Alles an Taktlosigkeit. Indes 
ist zu hoffen, daß die Pariser jetzt was Andres zu tun haben, als 
sich dem Studium dieses Manifests zu widmen, namentlich, da 
sie kein Deutsch verstehn. Ihr Deutsch in der Proklamation ist 
schön. Und Wilhelm in seinem Blatt lobt dies chauvinistische 
is Machwerk. Longuet ist auch gut. Weil ihnen. der Wilhelm I. 
eine Republik geschenkt hat, soll jetzt gleich in Deutschland Re- 
volution gemacht werden. Warum haben sie denn keine gemacht 
nach der spanischen? 
Der Passus über Elsaß und Lothringen aus dem Manifest ist 
% in der heutigen Zukunft abgedruckt, aber als von den Braun- 
schweigern ausgehend. Schick mir 2 oder mehr Abdrücke der 
neuen Adresse, sobald sie fertig. 
Wenn man in Paris irgend etwas tun könnte, so müßte man ein 
Losschlagen der Arbeiter vor dem Frieden verhindern. Bismarck 
% wird bald in der Lage sein, den Frieden abzuschließen, sei es 
durch Einnahme von Paris, sei es, daß die europäische Lage ihn 
dazu nötigt, dem Krieg ein Ende zu machen. Wie auch der Friede 
ausfällt, er muß abgeschlossen sein, ehe die Arbeiter irgend et- 
was machen können. Siegen sie jetzt — im Dienste der National- 
# verteidigung —, so haben sie die Erbschaft Bonapartes und der 
jetzigen Lauserepublik anzutreten und werden von den deutschen 
Armeen nutzlos niedergeschlagen und wieder um 20 Jahre zu- 
rückgeworfen. Sie selbst können bei dem Abwarten nichts ver- 
lieren. Die etwaigen Grenzveränderungen sind ohnehin nur pro- 
%® visorisch und werden wieder umgeworfen. Sich für die Bour- 
geois gegen die Preußen zu schlagen, wäre Wahnsinn. Die Re- 
gierung, wer sie auch sei, die den Frieden schließt, wird dadurch 
schon auf die Dauer unmöglich, und die aus der Gefangenschaft 
heimkehrende Armee wird nicht sehr zu fürchten sein in inneren 
Konflikten. Nach dem Frieden sind alle Chancen günstiger für die 
Arbeiter, als sie je vorher waren. Aber werden sie sich nicht wie- 
der fortreißen lassen unter dem Druck des auswärtigen Angriffs 
und die soziale Republik proklamieren am Vorabend des Sturms 
tn 
Z. 14 (chauvinistische) 35 (und . - - umgeworfen)
	        
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