Full text: Die Eisenindustrie in Südrußland

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Bei der ersten Gruppe finden wir eine normale Tätigkeit. Die 
Abschreibungen für die Amortisationszwecke erscheinen hier regel 
mäßig, vielleicht noch reichlicher, als es nur zur Ersetzung der ab 
genutzten Produktionsmittel notwendig wäre. Es findet die Ver 
größerung auch anderer Reservefonds statt. Es ist lehrreich, fest 
zustellen, daß die ausgezahlten Dividenden hier gleich in der Krisen 
zeit am höchsten gestanden haben. Die Sache erklärt sich dadurch, 
daß die meisten von diesen Unternehmungen mit den Staatsbestellungen 
beschäftigt sind. Bekanntlich hat sich die Regierung große Mühe 
gegeben, ihren Klienten gleich in dieser Zeit eine außerordentliche 
Hilfe zu leisten *. 
Die Gesellschaften der zweiten Gruppe konnten in der unter 
suchten Periode nur mit großer Mühe aus ihren Nöten herauskommen. 
Die Vermehrung des Aktienkapitals im Jahre 1906 ist hier dank 
der Verdoppelung des Aktienkapitals in der Brjansk-A.-G. entstanden. 
In den letzten Jahren zeigt sich hier eine kleine Besserung 1 2 . 
In einer ganz anderen Lage als die beiden ersten Kategorien 
befinden sich die Aktiengesellschaften der dritten Gruppe. Recht 
viele dieser Aktiengesellschaften sind als zahlungsunfähige Schuldner 
dem Administrationsregime unterworfen. Die Vermehrung des Aktien 
kapitals im Jahre 1906 ist hier lediglich dadurch zu erklären, daß 
die Aktiengesellschaft Providence-Russe, um nicht zusammen- 
zubrecheu, ihre Hauptschuldner und Obligationsbesitzer zu Aktionären 
mit privilegierten Aktien ernennen mußte. Eine Amortisation der 
Produktionsmittel findet bei dieser Gruppe mit nur unbedeutenden 
Ausnahmen nicht statt, so daß die Kapitalien der Gesellschaften 
sich immer mehr und mehr vermindern. Damit vermindert sich aber 
auch die tatsächliche Kapitalkraft der Gesellschaften. Es sind end 
lich auch verschiedene Reserven vollständig erschöpft. Von diesen 
acht Gesellschaften hat keine einzige in der angegebenen Periode 
auch nur einmal Dividenden verteilt. 
Was die allgemeine Lage betrifft, so ist die Gesamtzahl der 
Unternehmungen mit einer Ausnahme unverändert geblieben. Nur 
•ein einziges Werk wurde während dieser Periode eröffnet, oder, 
besser gesagt, wieder in Betrieb gesetzt: das Suhlin-Werk. Das ge 
samte Aktienkapital hat sich während der angegebenen Periode relativ 
unbedeutend erhöht; die Vergrößerung fand hauptsächlich im Jahre 
1906 statt, das übrigens für die südrussische Eisenindustrie sehr ver 
lustbringend war, besonders für die beiden letzten Kategorien. Diese 
Tatsache zeigt, daß die Verwendung dieses Kapitals hauptsächlich 
1 Die erste Gruppe enthält folgende Aktiengesellschaften: Dnjepr-A.-G., 
Russo-Belge-A.-G., Hughes, Hartmann-A.-G., Konstantinowsk-Werk, Röhrenwerk 
bei Jekaterinoslaw, Krivoj-Rog-A.-G. 
2 Zur zweiten Gruppe rechnen wir: Nikopol-Jlariupol-A.-G., Toretzk-Werk, 
Brjansk-A.-G., Olchowaja-A.-G. und Druschkowsk-Werk.
	        
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