Full text : Die Eisenindustrie in Südrußland

118

Bei  der  ersten  Gruppe  finden  wir  eine  normale  Tätigkeit.  Die
Abschreibungen  für  die  Amortisationszwecke  erscheinen  hier  regelmäßig, ­
  vielleicht  noch  reichlicher,  als  es  nur  zur  Ersetzung  der  abgenutzten ­
  Produktionsmittel  notwendig  wäre.  Es  findet  die  Vergrößerung ­
  auch  anderer  Reservefonds  statt.  Es  ist  lehrreich,  festzustellen, ­
  daß  die  ausgezahlten  Dividenden  hier  gleich  in  der  Krisenzeit ­
  am  höchsten  gestanden  haben.  Die  Sache  erklärt  sich  dadurch,
daß  die  meisten  von  diesen  Unternehmungen  mit  den  Staatsbestellungen
beschäftigt  sind.  Bekanntlich  hat  sich  die  Regierung  große  Mühe
gegeben,  ihren  Klienten  gleich  in  dieser  Zeit  eine  außerordentliche
Hilfe  zu  leisten  *.
Die  Gesellschaften  der  zweiten  Gruppe  konnten  in  der  untersuchten ­
  Periode  nur  mit  großer  Mühe  aus  ihren  Nöten  herauskommen.
Die  Vermehrung  des  Aktienkapitals  im  Jahre  1906  ist  hier  dank
der  Verdoppelung  des  Aktienkapitals  in  der  Brjansk-A.-G.  entstanden.
In  den  letzten  Jahren  zeigt  sich  hier  eine  kleine  Besserung 1  2 .
In  einer  ganz  anderen  Lage  als  die  beiden  ersten  Kategorien
befinden  sich  die  Aktiengesellschaften  der  dritten  Gruppe.  Recht
viele  dieser  Aktiengesellschaften  sind  als  zahlungsunfähige  Schuldner
dem  Administrationsregime  unterworfen.  Die  Vermehrung  des  Aktienkapitals ­
  im  Jahre  1906  ist  hier  lediglich  dadurch  zu  erklären,  daß
die  Aktiengesellschaft  Providence-Russe,  um  nicht  zusammenzubrecheu,
  ihre  Hauptschuldner  und  Obligationsbesitzer  zu  Aktionären
mit  privilegierten  Aktien  ernennen  mußte.  Eine  Amortisation  der
Produktionsmittel  findet  bei  dieser  Gruppe  mit  nur  unbedeutenden
Ausnahmen  nicht  statt,  so  daß  die  Kapitalien  der  Gesellschaften
sich  immer  mehr  und  mehr  vermindern.  Damit  vermindert  sich  aber
auch  die  tatsächliche  Kapitalkraft  der  Gesellschaften.  Es  sind  endlich ­
  auch  verschiedene  Reserven  vollständig  erschöpft.  Von  diesen
acht  Gesellschaften  hat  keine  einzige  in  der  angegebenen  Periode
auch  nur  einmal  Dividenden  verteilt.
Was  die  allgemeine  Lage  betrifft,  so  ist  die  Gesamtzahl  der
Unternehmungen  mit  einer  Ausnahme  unverändert  geblieben.  Nur
•ein  einziges  Werk  wurde  während  dieser  Periode  eröffnet,  oder,
besser  gesagt,  wieder  in  Betrieb  gesetzt:  das  Suhlin-Werk.  Das  gesamte ­
  Aktienkapital  hat  sich  während  der  angegebenen  Periode  relativ
unbedeutend  erhöht;  die  Vergrößerung  fand  hauptsächlich  im  Jahre
1906  statt,  das  übrigens  für  die  südrussische  Eisenindustrie  sehr  verlustbringend ­
  war,  besonders  für  die  beiden  letzten  Kategorien.  Diese
Tatsache  zeigt,  daß  die  Verwendung  dieses  Kapitals  hauptsächlich
1  Die  erste  Gruppe  enthält  folgende  Aktiengesellschaften:  Dnjepr-A.-G.,
Russo-Belge-A.-G.,  Hughes,  Hartmann-A.-G.,  Konstantinowsk-Werk,  Röhrenwerk
bei  Jekaterinoslaw,  Krivoj-Rog-A.-G.
2  Zur  zweiten  Gruppe  rechnen  wir:  Nikopol-Jlariupol-A.-G.,  Toretzk-Werk,
Brjansk-A.-G.,  Olchowaja-A.-G.  und  Druschkowsk-Werk.
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.