Full text: Die Eisenindustrie in Südrußland

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Jahre 1882 erbaute sie das Druschkowskwerk nicht weit von Bachmut. 
Der erste Hochofen wurde im Jahre 1894 in Betrieb genommen. 
Das Werk war ausschließlich für Schienenproduktion bestimmt. 
Die Gesellschaft bemühte sich um Versorgung mit eigenen 
Gruben. Die Kauf- und Pachtverhältnisse erschienen aber in der 
Mitte der 90er Jahre nicht so günstig wie vorher. Die Pachtzinsen 
betrugen jetzt nicht weniger als 2 1 , 2 —3 Kop. pro gewonnenes Pud. 
Die Gesellschaft kaufte auch eigene Steinkohlengruben an. Sie mußte 
aber Steinkohlen sowohl als auch Eisenerze dazu kaufen. Ihr Aktien 
kapital war zuerst auf 1500000 Rbl. festgestellt. 
Im Jahre 1895 wurde die Donez-Jurjewka-A.-G. gegründet. 
Der Hauptgründer war einer der großen russischen Kohlenproduzenten 
Altschewski. DieGesellschaft ist hauptsächlich mit russischenKapitalien 
gegründet worden, obwohl von Anfang an hier auch deutsches Kapital 
beteiligt war 1 . Später haben aber die Aktien der Gesellschaft auch 
in Belgien sehr starke Verbreitung gefunden 1 2 * . Die Gesellschaft 
lieferte zuerst für den Markt eine große Menge Roheisen, später auch 
ein bedeutendes Quantum von fertigen Produkten. Die Produktions 
unkosten waren hier etwas höher als bei den schon früher erwähnteu 
Gesellschaften, da das Werk keine Steinkohlen- und Eisenerzgruben 
besitzt. Den Koks bezog das Werk von Altschewski, mit dem es 
einen langfristigen Kontrakt abgeschlossen hatte. 
Das Aktienkapital war zuerst auf 1500000 Rbl. festgesetzt 
worden, wurde aber bald auf 7 000000 Rbl. erhöht 1 . 
Im Jahre 1897 wurde die „Societe Russo-Belge“ von der 
„Societe des acieries d’angleur“, der ,.Societe St, Leonard“ und mit 
Hilfe der „Societe General de Bruxelles“ mit einem Aktienkapital 
von 10 Millionen Rubel gegründet 4 . An der Gründung haben auch 
russische Kapitalisten Anteil gehabt. Die Gesellschaft erwarb ein 
großes Gebiet mit reichen Steinkohlenlagern, auf dem das Werk er 
baut und eigene Steinkohlengruben eingerichtet wurden, so daß das 
Werk vollständig mit eigener Kohle versorgt ist. Anders verhält 
sich die Sache mit dem Eisenerz. Die Gesellschaft hatte große 
Schwierigkeiten zu überwinden, um ihren Eisenerzbedarf auch nur 
teilweise decken zu können. 
Der Betrieb des Werkes war entsprechend den letzten An 
forderungen der Technik erbaut worden, wodurch die Gesamtein 
richtung etwas kostspielig wurde. Da aber die Gesellschaft gut 
finanziert war, gelang es den Gründern, ihre Pläne voll zu verwirk 
lichen, was eine große Produktivität ermöglichte. Auch dieses Werk 
1 Tieme, a. a. O., Gorn. Journ. 1897, IV, S. 24. 
2 Trasenster, a. a. O., Rev. univers. d. mines 1899, S. 186. 
8 Trasenster, a. a. O., Rev. univers. d. mines 1899, S. 185 u. 188. 
4 Brand, a. a. 0., S. 176.
	        
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