Vorwort.
Die Arbeit zerfällt in zwei Teile. Der erste Teil behandelt
die geschichtliche Entwicklung der südrussischen Eisenindustrie,
der zweite sucht eine Analyse ihrer gegenwärtigen Lage zu geben.
Der Begriff „Eisenindustrie“ umfaßt drei technisch selbständige
Produktionsprozesse: Robeisengewinnung, dann dessen Verarbeitung
in sogen. Halbzeug und endlich Herstellung des fertigen Produktes.
Für die klare Begrenzung des Themas machte es einige Schwierig
keiten, daß das fertige Produkt — Eisen und Stahl — in einigen
südrussischen Eisenwerken zum Teil wieder als Rohstoff für weitere
maschinelle Verarbeitung erscheint, sodaß diese Verarbeitung einen
vierten Produktionsabschnitt bildet. Das nötigte oft dazu, die
Schranken der gestellten Aufgabe zu überschreiten.
Um die Entstehung und Entwicklung der südrussischen Eisen
industrie möglichst übersichtlich darzustellen, war es notwendig, als
Einleitung zur Arbeit eine Betrachtung der vorkapitalistischen Periode
der gesamten russischen Eisenindustrie vorauszuschicken und ebenso
bei der Betrachtung der einzelnen Perioden der Geschichte der
südrussischen Eisenindustrie auch die allgemeine volkswirtschaftliche
Lage Rußlands zu berücksichtigen.
Nun noch einige Worte über den Charakter der Quellen. Die
Mehrzahl der von mir benutzten Quellen können nicht als erste oder
ursprüngliche angesprochen werden. Was die Zeit vor Peter d. Großen
betrifft, so fehlen hier entweder überhaupt die Quellen, oder sie
sind noch ganz unbearbeitet, so daß ihre Benutzung für mich aus
geschlossen war. Die geschichtlichen Angaben insbesondere über
die südrussische Eisenindustrie sind meistenteils sehr spärlich und
beschränken sich hauptsächlich auf eine kurze Beschreibung der
südrussischen Eisenwerke. Für die Gegenwart fließen die Quellen,
besonders die statistischer Art, reichlicher, dafür sind sie aber mit
einer gewissen Vorsicht zu benutzen, da sie manchmal den tatsäch
lichen Verhältnissen nicht ganz entsprechen.
Allen denen, die mir bei der Abfassung der Arbeit mit Rat
und Tat geholfen haben, insbesondere Herrn Professor Karl Bücher,
sage ich an dieser Stelle meinen herzlichen Dank.