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übergehend die Geldkrisis, das audere war dauernd und mit dem
industriellen Entwicklungsgänge selbst verknüpft — die Unmöglichkeit,
den Markt auszudehnen.
Wir beginnen mit dem zweiten. Mit dem Wachstum der
russischen Industrie am Ende des 19. Jahrhunderts begann auch
die erste Bildung des inneren kapitalistischen Marktes. Diese Ausbildung
des Marktes, wie auch die Ausräumungen der früheren
* vorkapitalistischen Beste, die den neuen Verhältnissen im Wege
standen, konnte aber nicht mit der industriellen Entwicklung der
Sturm- und Drangperiode der 90 er Jahre Schritt halten. Die
kapitalistische Entwicklung konnte nicht die ganze Tiefe des
russischen Wirtschaftslebens durchdringen; dazu hemmten auch
zuerst die verschiedenen ökonomischen und sozialen Verhältnisse
jener Zeit. So entstand zwischen dem nicht genügend beweglichen
inneren Markte einerseits und der immer weiter schreitenden großkapitalistischen
Industrie andererseits eine tiefe Kluft,
Dieser Gegensatz kam dann auch in der im Jahre 1901 eingetretenen
Krisis mit Deutlichkeit zur Geltuug. Die Krisis war nicht
nur das Ergebnis der Überproduktion, sondern auch das Ergebnis
der Unterkonsumtion der breiten Schichten der Bevölkerung.
Schon die seitens der Regierung eingeschlagene Wirtschaftspolitik
barg in sich selbst einen Widerspruch. Sie bezweckte die
Förderung der gewerblichen Produktionsfähigkeit des Landes und
vernachlässigte gleichzeitig vollständig die Konsumtionsfähigkeit der
Bevölkerung. Die Kaufkraft des Bauerntums war beinahe auf demselben
Niveau geblieben. Die Konsumtionsfähigkeit weiterer Schichten
der Bevölkerung vergrößerte sich so gut wie gar nicht. So entstand
. eine Zersplitterung der Volkswirtschaft: einerseits eine rein kapitalistische
große Industrie, andererseits eine primitive, mehr oder
weniger geschlossene Hauswirtschaft des überwiegenden Teils der
Bevölkerung — des Bauerntums. Man muß noch hinzufügen, daß
die russische Industrie wegen der Konkurrenzverhältnisse vom ausländischen
Markt ausgeschlossen blieb und sieb ausschließlich auf
» den inneren Markt beschränken mußte. Diese Lage ließ sich noch
eine gewisse Zeit lang ertragen, bis die ausländischen Kapitalien ins
Land strömten, bis immer wieder neue Eisenbahnen erbaut wurden.
Eine gewisse Zeit hindurch lebte die kapitalistische Expansion sozusagen
von sieh selbst, bildete für sich selbst den Markt — das
dauerte aber nur bis zur ersten Konjunkturveränderung, welche nicht
lange auf sich warten ließ.
Als zweites Hindernis des Industrieaufschwunges kam dann die
Geldkrisis hinzu. Im Jahre 1899 sind die ersten Symptome der Geldkrisis
vorhanden. Ihre Entstehung hatte einen doppelten Charakter:
Zuerst war eine Geldspannung auf dem westeuropäischen Markte
im Jahre 1898 zu beobachten. Sie übte ihrerseits sofort eine