Zweiter Teil.
Die südrussische Eisenindustrie in der Gegenwart.
Kapitel VII.
Die Produktion.
1. Die allgemeine Lage der siidrussischen Eisenindustrie nach
der Krisis im Jahre 1901.
Die Krisis fand die südrussische, wie auch überhaupt die russische
Eisenindustrie vollständig unorganisiert. Infolgedessen entstanden
zahlreiche Liquidationen, Konkurse und große Verluste. Alles das
mußte die industriellen Kreise sehr aufregen: die Lage hat damals
eine lebhafte Aussprache hervorgerufen, allein bis zum Jahre 1902
wurden nicht weniger als 12 verschiedene Versammlungen von Eisen
industriellen abgehalten, auf welchen die Mittel zur Verbesserung der
Lage besprochen wurden. Man kam dabei auf drei Maßnahmen, die
die damalige Lage der Eisenindustrie verbessern sollten: 1. Die Aus
dehnung des heimischen Marktes. Es sei insbesondere eine gemein
same dringende Vorstellung an die Regierung über die Notwendigkeit
der großen Staatsbestellungen für die „vaterländische Eisenindustrie“
zu richten. 2. Die Kartellierung der Eisenproduktion. Man sprach
in einigen Kreisen sogar von einer staatlichen Regulierung der Eisen
produktion nach dem Vorbilde der Zuckerindustrie. 3. Die Organisation
des Exportes.
Dieses Programm zeigt einige neue Meinungen in den Kreisen
der Eisenindustriellen Südrußlands. Man sprach nämlich hier zum
ersten Mal bestimmt über die Notwendigkeit einer Organisation zur
gemeinsamen Eroberung des Marktes und über die Entwicklung des
Exportes 1 . Es ist verständlich, daß die Industriellen bei Besprechung
der Mittel auf die Hilfe der Regierung große Hoffnungen setzten.
Speziell für die Großindustriellen Südrußlands erschien sie immer
1 Die Eisenindustriellen waren eigentlich schon früher in sogen. „Kongresse
der Bergindustriellen“ organisiert. Diese Organisation war aber keine aus
schließlich eisenindustrielle ; sie umfaßte auch Steinkohlen- und Eisenerzproduzenten.