Full text: Die Eisenindustrie in Südrußland

Und wenn die Leistung eines Hochofenarbeiters bei dem Kadiewsks- 
Werk durchschnittlich 26 Pud pro Tag im Jahre 1908 darstellt, so 
ist sie beim Makejewka-Werk dreimal größer — 85 Pud; das ge 
schieht, trotzdem die Verhüttung des.Hochofens hier und dort beinahe 
dieselbe bleibt. Die Betriebsorgauisation in letzterem Pall ist demnach 
bedeutend vollkommener. Die Unvollkommenheit der ziffernmäßigen 
Angaben über die Zahl der in den verschiedenen Kategorien be- 
bescbäftigten Arbeiter hindert aber, die genauere Proportionen der 
Produktivität festzustellen. 
Perner kann man die südrussischen Eisenwerke ihrem Typus 
nach in zwei große Gruppen zerlegen: Auf der einen Seite stehen 
die kombinierten Werke, die manchmal 3 und 4 besondere Produktions 
abschnitte umfassen, und auf der anderen Seite die reinen, einfachen, 
welche nur einen einzelnen Produktionsabschnitt betreiben. Die 
meisten Betriebe sind kombinierte Werke. Einige Werke beschäftigen 
sich mit Nebenproduktion. So finden wir bei einigen Werken 
Granulierung der Schlacken und Herstellung von besonderen Ziegeln. 
Das Hugbes-Werk verarbeitet die Schlacke zu Portlandzement. Bei 
einigen Werken findet eine Verwertung der Koksgase statt. Es 
nimmt auch die Herstellung von sogen. Thomasmehl (Düugungsmittel) 
immer mehr zu. Als Absatzmarkt kommen hier außer den ver 
schiedenen südrussischen landwirtschaftlichen Betrieben insbesondere 
die Zuckerproduzenten in Betracht. 
4. Produktionskosten. 
Die Eisenproduktion der Gegenwart ist dadurch charakterisiert, 
daß sie dem Gesetze der Massenproduktion 1 gemäß einen sehr 
großen Umfang der Unternehmung, damit aber auch sehr große 
Anlagen von Kapital fordert. So betrug die durchschnittliche Höhe 
der Aktien- und Obligationskapitalien allein in Südrußland im 
Jahre 1907 etwa 9 500000 Rbl. für je eine Gesellschaft. Ein anderes 
charakteristisches Merkmal der Eisenindustrie ist, daß hier die Quote 
des Anlagekapitals im Vergleich zu dem Betriebskapital relativ hoch 
steht. Aus der Bilanz der ,.Südrussischen Dniepr-Gesellschaft“ für 
das Geschäftsjahr 1907/8 ersieht man, daß der Wert des beweglichen 
und unbeweglichen Inventars (Grund und Boden ist mitgerechnet) — 
68°/ 0 der Gesamtbilanz bildete 1 2 . Eine ziemlich ähnliche Prozent 
quote finden wir auch in der Bilanz der „Russo-Belgischen A.-G.“ 3 
Die zwei genannten Aktiengesellschaften sind kombinierte Unter 
nehmungen; sie haben eigene Gruben, eigene Hochöfen usw.; das 
1 Bücher, Gesetz d. Massenproduktion, Zeitschr. f. Staatswiss. 1910. 
2 .lahresbericht 1907/8 d. Südruss. Dniepr-A.-G. 
3 Jahresbericht 1907/8 d. Russo-Belge A.-G.
	        
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