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Hans Georg Erbbach, Kürnberg und Kenzingen, Haus und
Turm in Schwabmünchen, David Hohenschwangau, Baum
garten, Konzenberg und Kaltarn erhalten. Das Stammhaus
in Augsburg sollte ihnen gemeinsam gehören. Ebenso sollten
sie — aus praktischen Gründen und Erwägungen — die Berg
werke auf gemeinsame Rechnung betreiben und Gewinn und
Verlust von beiden zu gleichen Teilen getragen werden. Alle
andere Habe, Barschaft, angelegtes Geld, Schulden, Hausrat,
Silbergeschirr, Edelgestein, Ringe, Kleinodien, Ketten, Kleider
und alles andere sollten die Brüder unter sich teilen. Den Titel
sollte jeder Zweig der Familie ganz führen in der Form: die
von Paumgarten, Herrn zu Hohenschwangau, Erbbach, Kürn
berg und Kenzingen.
Hans Georg und David Paumgartner, deren Jugend
entwicklung wir bereits oben besprochen, kamen zunächst dem
letzten Willen ihres Vaters völlig nach. In den letzten Wochen
des Jahres 1549 und zu Anfang des Jahres 1550 erfolgte die
Belehnung der beiden Brüder mit ihren Gütern durch die
Lehensherrn, am 6. November 1549 versammelte David Paum-
gaitner zugleich im Namen seines Bruders die Untertanen der
Herrschaft Hohenschwangau, um von ihnen die Huldigung
entgegenzunehmen 1 ). Aehnlich geschah es auf den andern
Besitzungen. Auch auf die Vermehrung ihrer Güter waren
die beiden Paumgartner bedacht. So kaufte David mehrere
Höfe in der Pfarrei Waltenhofen im Jahre 1557 um 5200 fl
von dem Abt Georg Albrecht des Magnusklosters in Füssen 2 ).
Am 7. Mai 1560 empfingen die Brüder den Markt Thann
hausen vom Kaiser zu Lehen, nachdem sie denselben von dem
Truchsess Heinrich von Höfingen erworben hatten 3 ). Das Haus
in der Stadt bewohnten sie gemeinsam und zahlten auch die
reiche Steuer von 800 11 fort. David wurde der Nachfolger
seines Vaters im geheimen Rat.
In Tirol wurden die noch von Hans Paumgartner her
eines solchen Teilbriefs ausdrücklich Vorbehalten. Erhalten ist der
selbe im Geh. Staatsarchiv K blau 382/4. Da dieser und die andern von
mir benützten Bände keine Paginierung haben, so sind nähere Angaben
über die Seite nicht zu machen.
*) Missiv an Hof (1549).
2 ) Steichele: Bistum Augsburg 4 S. 403.
3 ) Ebenda Bd. 5 S. 758.