Full text: Geburtenrückgang u. Sozialreform

50 DHiye, Geburtenrüdgang und Sozialrejorum 
Frivolität und Verführung? Wir wollen e8 hoffen! Alle Freunde unjerer 
Iugend, Männer und Frauen, Behörden und Bürger follten hier zuammen- 
jtehben. € gilt ein Geiliges Gut unfjerer Nation: die jittlidhe Kraft, den 
echten Faniilienfinn, die deuticdhe Mrbeitafreude, die Liebe zum Beruf, 
ideales Streben und fozialen Sinn vor der Verjlachung und VBerfumpfinia 
des modernen rohen, altoholtrunfenen Vergnügungstaumels zu retten. 
Sewiß, wichtiger als polizeilihe Maßnahmen it die pofitiv er 
ziehlide Arbeit. € mülfen der Jugend die wahren Quellen der 
geiftigen Erhebung und Erholung erichloflen, der Sinn Hir die Natur, 
hir die rechte Sejelligkeit und Erholung gewedt, das Interelle und Ver 
jtändnis für eine geift- und Herzbildende Lektüre, Für Schauftellunge:n, 
die nicht bloß unterhalten, fondern auch belehren und veredeln, für ‚Die 
Werke echter Kunft angeregt und vermittelt werden. Unjere Fugen d- 
vereinigungen aller Richtungen widmen fich mit Eifer diejer Auf- 
gabe, aber die Verlodungen der Mergnügumngslokale und Tingeltangel find 
jtürfer al8 die Werbekraft diejer Vereinigungen, und im Immel ver 
Senußiucht verjagt jede ernjte Arbeit. Das ijt die Erfahrung und Klage 
nit bloß des Seiftlidhen, des Lehrers im unjern Fortbildungsihulen, 
der Leiter und Freunde unfjerer Iugendvereine, Jondern nicht minder 
auch des Gewerkichaftlers und Politikers. Wann endlich werden fie [id fo- 
Ädarijch die Hand reichen, um einer edlern Beeinfluflung unlerer Juaend 
wieder freie Bahn zu fchaffen ? 
Ähnlich liegt es bezüglich der 
Y. Bekämpfung der Schund: und Schnmbliteratur und -funit 
8 Handelt ih nicht um die Anfeindung beftimmter literarijdher oder 
tünitlerijcher Richtungen: — fo fehr man folde Verirrungen ablehnen mag, 
jie mögen und werden in dem Strome der Entwidlung von jefOft ihre 
Korrektur finden. Sie zählen zudem ihre Vertretung und ihren Anhang 
mehr in den Kreijen der Sebildeten und Bejigenden, die ich felbit Idüißen 
fönnen und mögen. Zweifel wollen uns nur oft kommen, ob nun gerade 
die BahnhHojfszbudhhandlungen berufen find, dem Wolaß einer 
Gattung von Wigblättern, von Erzählungen und Romanen zu dienen, 
die ihre Gedanken, SGeftalten und Erlebnilfe mehr dem Nachtleben der 
Berliner Friedrihitraße als dem Deuticdhen Moll: und Familienleben 
entnehmen. Senjation und Lüfternheit drängen {ich jelbit Heute im Kriege 
in den Bahnhofsauslagen abjtoßend vor, während eine echt vaterländifche 
Riteratur, gefunde und billige Bollsbücher nicht zu jehen jind. Huch will 
e8 un8 nicht in den Sinn, daß num gerade die Neich3 PH o{t Jidh dazu Her- 
geben joll, allen Jich progig aufdrängenden Schmuß der Boftkarten, Drud- 
jendungen und Profpekte durch ihre Beamten von Haus zu Haus zu tragen 
und fonar forafältig yoftlagernd aufzubewahren, damit Töchter und Söhne
	        
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