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Wirtschaftlichkeit
Die Rentabilitätslage der untersuchten Unternehmen muß
im Durchschnitt als völlig unbefriedigend beurteilt wer-
den. Hierzu ist eine zusätzliche Feststellung besonders
interessant. Eine Aufteilung der Kosten und Nettoerlöse
(= Gesamterlöse abzüglich Materialkosten) nach Warenarten
im Rahmen einer Schätzung zeigte, daß der Frischfisch Zw8'
mit 42,7 % am Mengenumsatz und sogar mit 50,7 % am Gesamt
Nettoerlös beteiligt ist, daß jedoch im Durchschnitt die
Kosten je verkauften Zentner Frischfisch durch die ihnen
gegenüberstehenden Nettoerlöse nicht gedeckt wurden, wOZE-
gen bei den übrigen Warenarten ein wenn auch geringfügige‘
Überschuß errechnet wurde. Die Ursache für dieses Mißver-
hältnis ist in der Tatsache zu suchen, daß die Frachtkosie
für Frischfisch höher liegen als für Industrieware und dar
Jas Verhältnis zwischen Transportwert und Transportraum
oei den Lieferwagen für Frischfisch wesentlich ungünsti-
ger liegt.
Besondere Schwierigkeiten bereitete dem Großhandel offen-
sichtlich die Preisbildung. Interessänt Wär dabei die Fe
stellung, daß einige Betriebe bei ihrer Kalkulation vcn
der reinen Zuschlagskalkulation abgingen und entweder ESuUß®
schließlich oder zum Teil die Errechnung der Verkaufsprei
se durch Zurechnung von festen Zuschlägen je Zentner Ware
Zurechführten. Diese Methode ist deshalb besonders empfeh-
lenswert, weil sie einmal zu einer Deckung der Kosten
führt und zum anderen die Schwankungen in den yinkaufs-
preisen nicht in ihren prozentuaien Verhältnissen auf die
Verkaufspreise überträgt. Hinsichtlich einer optimalen
Betriebsgröße ergab die Untersuchung keine eindeutigen
Anhaltspunkte, Hier spielt sowohl das Absatzprograäkcm,
der Umfang der Eigenverarbeitung und der Umfang des Ein-
zugsgebietes eine entscheidende Bolle.