Full text: Die Paumgartner von Nürnberg und Augsburg

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Herzog Albrecht V. von Bayern 1 ). Die Regierung in Innsbruck 
machte vergebliche Anstrengungen, den Uebergang Hohen 
schwangaus an den Wittelbacher zu verhindern. Am 14. Juli 
1567 trat Markgraf Georg Friedrich zu Ansbach nach längeren 
Verhandlungen mit den bayerischen Räten alle seine Rechte 
an Hohenschwangau, soweit es einst dem David Paumgartner 
zu eigen gehört hatte, um 69 000 fl an Albrecht V. ab 2 ). Zwei 
Jahre zuvor hatte der Herzog von Bayern auch den Furtenbach 
ihre Ansprüche, die sie auf das Lehen Hohenschwangau hatten, 
abgekauft 3 ). So ging diese prächtige Herrschaft, die Hans 
Paumgartner einst im Jahre 1535 mit so grossen Anstrengungen 
erworben hatte, nach nur 3ojährigem Besitz aus den Händen 
seines Sohnes in den Besitz der Wittelsbacher über. Sie hatten 
zwar diese auf rechtmässigem Wege erworbene Herrschaft noch 
Jahrzehnte hindurch gegen die Ansprüche der Paumgartner- 
schen Erben zu verteidigen, aber die deshalb am kaiserlichen 
Kammergericht geführten Prozesse änderten an der Sachlage 
nichts mehr. Hohenschwangau blieb seit 1567 im Besitz der 
Wittelsbacher. 
Von all seinen Gütern blieb David Paumgartner nichts 
mehr als Konzenberg, das seine Gattin Ursula von Freiberg zur 
Nutzniessung erhielt. Er selbst irrte nach dem Zusammenbruch 
seiner Vermögensverhältnisse ruhelos umher. Sein ehrgeiziges 
Wesen liess ihn den Wechsel des Glückes nicht mit Fassung 
ertragen. Er fasste den abenteuerlichen Gedanken, einen 
Versuch zur Wiederherstellung seines früheren Ansehens zu 
wagen 4 ). Bereits im Jahre 1561 hatte er Beziehungen zu dem 
fränkischen Ritter Wilhelm von Grumbach angeknüpft und 
diesem am 8. Dezember 1000 Kronen geliehen 5 6 ). Grumbach 
*) Vgl. dazu Sigm. Riezler: Geschichte Bayerns IV S. 474 ff. 
Albrecht V. suchte Hohenschwangau auch deshalb in seinen Besitz 
zu bringen, weil es öfter zu Grenzstreitigkeiten (bes. 1553, 1561) mit 
den Inhabern der Herrschaft gekommen war. 
2 ) Lori II 377 ist dieser Kaufbrief gedruckt. 
3 ) Urkunde bei Aettenkhover (Jos. Ant.): Kurzgefasste 
Geschichte der Herzoge v. Bayern, Regensburg 1767 S. 450 ff. Auch 
Thannhausen ging dann in den Besitz Albrechts V. über (vgl. Steichele 
Bd. 5 S. 758). 
4 ) Das Hauptwerk für die Geschichte der Grumbachschen Händel 
ist: Friedrich Ortloff: Geschichte der Grumbachschen Händel 
4 Tie., Jena 1868 ff. 
6 ) Ortloff I S. 236.
	        
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