Full text : Die Paumgartner von Nürnberg und Augsburg

Die  bayerischen  Baumgartner  von  Kufstein
und  Wasserburg 1 ).
Hans  Baumgartner,  seit  1462  als  Bürger  in  Kufstein  nachweisbar ­
 2 ),  beteiligte  sich  damals  bereits  als  Gewerke  an  der
Silbergewinnung  in  den  aufblühenden  Bergwerken  zu  Rattenberg, ­
  Kitzbühel  und  Kufstein,  Orte,  die  damals  bekanntlich
noch  zu  Bayern  (und  zwar  zur  Landshuter  Linie)  gehörten.
Gleichzeitig  war  Hans  Baumgartner  auch  als  Kaufmann  tätig,
indem  er  das  gewonnene  Metall  in  Venedig  und  andern  Handelsplätzen ­
  auf  den  Markt  brachte.  Einige  Urkunden  zeigen,  dass
er  im  Metallhandel  sich  bald  eine  Vorzugsstellung  zu  erringen
wusste.  So  überliess  ihm  Herzog  Ludwig  der  Reiche  am  12.  März
1472  alles  Silber,  das  in  den  genannten  drei  Bergwerken  gemacht
wurde,  auf  drei  Jahre 3 ).  Er  allein  sollte  während  dieser  Zeit
das  Recht  zum  Silberankauf  (die  Mark  nicht  unter  8  fl)  haben.
Im  Jahre  1474  stand  Baumgartner  auch  als  Gewerke  an  der
Spitze.  Er  lieferte  damals  2132  M  3  Quint  Silber  in  den  „Brenngaden“ ­
  zu  Rattenberg  und  liess  damit  den  nächstbedeutenden
Gewerken  Virgil  Hofer,  der  1469  M  2  1  3  q  ablieferte,
weit  hinter  sich 4 ).  Baumgartner  nahm  so  im  bayrischen  Berg-')
  Es  ist  nicht  beabsichtigt,  hier  eine  vollständige  erschöpfende
Geschichte  der  Baumgartner  von  Kufstein  u.  Wasserburg  zu  geben.
Nur  ihr  Anteil  am  Tiroler  Metallhandel  soll  ausführlich  geschildert
werden,  um  zu  zeigen,  welche  Bedeutung  ihnen  auf  diesem  Gebiet  zukommt, ­
  und  um  der  von  E  h  r  e  n  b  e  r  g  (a.  a.  O.  I  S.  192)  aufgestellten
Behauptung  entgegenzutreten,  dass  Hans  Paumgartner  von  Augsburg
eine  Zeitlang  in  Kufstein  wohnte,  um  dem  Bergbau  näher  zu  sein.
2 )  Das  Wappen,  das  Friedrich  III.  dem  Hans  Baumgartner  im
Jahre  1466  verlieh  (Chmel:  Regesta  Friderici  III.  Wien  1840  Reg.
Nr.  4840),  stellt  zwei  sich  kreuzende  Aeste  über  einem  geflochtenen
Gartenzaun  dar.
3 )  München,  Reichsarchiv:  Finanzgegenstände  Nr.  37  fol.  193  a.
*)  Im  Reichsarchiv  (Rattenberg  Landgericht,  Stadt  u.  Bergwerk
Fasz.  3)  hat  sich  ein  Verzeichnis  des  Silberbrenners  Silvester  G  r  e  n  s  i  n  g
            
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