Full text : Die Paumgartner von Nürnberg und Augsburg

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144°)  un d  von  ihm  zu  einem  seiner  Testamentsvollstrecker
ernannt  wurde 1 ).  Weniger  freundlich  gestalteten  sich  dann,
wie  bekannt,  die  Beziehungen  Nürnbergs  zu  Friedrichs  I.
Sohn,  dem  streitbaren  Albrecht  Achilles.  Als  dieser  im  Jahre
1449  der  Stadt  Fehde  ansagte,  war  Konrad  Paumgartner  mit
Rat  und  Tat  zur  Hand.  Er  wurde  mit  anderen  angesehenen
Bürgern  auf  die  Tage  nach  Bamberg  und  Ingolstadt  gesandt,
wo  man  vor  Ausbruch  des  Krieges  noch  eine  Versöhnung  herbeizuführen ­
  hoffte  (Juni  und  Juli  1449) 2 ).  Während  des  Kampfes ­
  selbst  war  er  einer  der  fünf  von  der  Stadt  aufgestellten
Kriegsräte 3 ).  An  den  Beratungen,  die  dann  auf  eine  Einigung
und  Friedensschluss  hinzielten,  nahm  er  ebenfalls  teil.  Zu
einem  Ergebnis  führten  diese  Verhandlungen  erst  auf  dem
Tage  zu  Lauf  (27.  April  1453),  dem  Paumgartner  zusammen
mit  Gregor  Heimburg,  Niklas  Muffel  und  Erhard  Schürstab
als  Vertreter  Nürnbergs  anwohnte 4 ).
Natürlich  bediente  sich  die  Stadt  auch  ihres  Mitbürgers
in  seiner  Eigenschaft  als  Kaufmann,  wenn  sie  in  die  Lage  kam,
Geldgeschäfte  und  ähnliche  in  das  Gebiet  des  Handels  einschlägige ­
  Angelegenheiten  zu  erledigen.  Wir  haben  oben  gesehen, ­
  wie  Paumgartner  seit  dem  Jahre  1456  bei  der  Sammlung
der  Türkengelder  im  Auftrag  der  Kurie  beteiligt  war.  In  Nürnberg ­
  predigten  damals  Johannes  Capistrano  und  der  Kardinal
Carvajal  gegen  die  Türken.  Als  sich  daraufhin  800  Kreuzfahrer
sammelten,  deren  Verpflegung  die  Stadt  auf  sich  nahm,  wurde
die  Firma  Paumgartner  beauftragt,  das  Geld  für  die  Unterhaltungskosten ­
  vorzustrecken.  Es  sind  mehrere  Schreiben
erhalten,  in  denen  der  Nürnberger  Rat  dem  Vertreter  Paumgartners
  die  Weisung  gibt,  an  die  Hauptleute  des  Zuges  Summen ­
  für  diesen  Zweck  auszubezahlen 5 ).
1 )  Das  Testament  Kurfürst  Friedrich  I.  von  Brandenburg  (f  21.  September ­
  1440)  ist  abgedruckt  bei  Julius  von  Minutoli:  Friedrich  I.,  Kurfürst ­
  von  Brandenburg  S.  334.  Der  Kurfürst  teilte  dem  Kaufmann
gelegentlich  auch  wichtige  briefliche  Nachrichten  mit,  die  ihm  zukamen.
(Vgl.  Anzeiger  f.  Kunde  der  deutschen  Vorzeit  1863  Spalte  392  und
Joh.  Janssen:  Frankfurts  Reichskorrespondenz  Bd.  I  Freiburg  i.  Br.
1863  S.  472.)
2 )  Chroniken  der  deutschen  Städte  II  S.  365  u.  374.
3 )  Ebenda  S.  245.
*)  Ebenda  S.  413.
6 )  Die  Hauptleute  der  Kreuzfahrer,  die  in  Wien  von  dem  dortigen
            
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