Object : Zur Geschichte und Theorie des Bergregals und der Bergbaufreiheit

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Eigentümerin  jener  Solquelle  war.  Denn  in  diesem  Falle  konnte  der
Kaiser  die  letztere  nicht  verschenken.  Ebensowenig  läßt  sich  aus  den
ferner  von  Böhlau  durch  den  Druck  hervorgehobenen  Worten  „ad  eas
(urbes)  pertinentes  aquis  salsis“  folgern,  daß  sie  Zubehör  jedes  Grund
und  Bodens  waren  und  dies  um  so  weniger,  als  die  Urkunde  als  pertinentia
  noch  eine  Reihe  anderer  Regalien  aufzählt.
Durch  die  Urkunde  21 1  übereignet  Otto  I.  am  27.  April  973
seiner  Schwägerin  Judith  und  seinem  Neffen  Heinrich:
„quandam  nostri  juris  salinam“  und  zwar  nostra  imperiali  potentia
  nebst  den  Zubehörstücken  jener  Saline,  nämlich;  cum  terris
cultis  et  incultis,  sartaginibus  locisque  sartaginum  locis  onustariis,
  vuiterwendein  censalibus  et  cum  Omnibus  jure  regaliterque
ad  hanc  praedictam  salinam  respicientibus“  2 .
Die  Saline  ist  hier  nicht  Zubehör  der  Oberfläche,  sondern  diese
ist  Zubehör  zu  jener.
Die  Urkunde  22 3  ist  die  kaiserliche  Bestätigung  eines  zwischen
dem  Erzstifte  zu  Magdeburg  und  der  Abtei  zu  Fulda  vorgenommenen
Tauschgeschäftes,  in  welchem  ersteres  an  letztere  unter  anderen  Salzunga
  überträgt:
„cum  omnibus  appendiciis  et  utilitatibus  suis,  tarn  in  ecclesii
quam  in  aliis  aedificiis  et  mancipiis  utriusque  sexus,  terris  cultis
et  incultis,  sylvis,  venationibus,  salinis,  aquis  aquarumque
decursibus  ....  et  omnibus  pertinentibus.“
Daß  hier  neben  anderen  Regalien  auch  Salinen  als  Pertinenzen
zum  Orte  Salzungen  aufgeführt  sind,  beweist  nichts  für  ihre  Zugehörigkeit ­
  zur  Oberfläche.  Salzungen  war  ein  königlicher  Ort,  an  dem  schon
zur  Zeit  Karl  des  Großen  ein  dem  Könige  abgabepflichtiger  Salzbergbau ­
  betrieben  wurde 5 .  Vom  Könige  Otto  I.  hatte  das  Erzstift  Magdeburg ­
  Salzungen  nebst  einigen  der  dortigen  Salinen  verliehen  erhalten 6 ,
deshalb  konnte  es  diesen  Ort  nebst  jenen  Salinen  nicht  ohne  königliche ­
  Genehmigung  weiter  übertragen,  und  so  übereignete  Otto  II.
„rogatu  archiepiscopi“  denselben  mit  den  Salzwerken  dem  Stifte  zu
Fulda.
1  Vgl.  v.  Koch-Sternfeld  II  43,  44,  47  ff.  Dreyhaupt  I  14.
2  v.  Koch-Sternfeld  II  122.
3  Die  Urkunde  findet  sich  in  der  Monumenta  Boica,  Monachi  1769  ff,
tom.  XXXVIII  p.  196.
4  Schannat,  Corpus  traditionum  Fuldensium,  Lipsiae  1724,  p.  241.
5  S.  oben  zu  Urkunde  2.
6  Hüllmann,  Geschichte  des  Ursprungs  der  Regalien  in  Deutschland  S.  63,  64.
            
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