Full text : Zur Geschichte und Theorie des Bergregals und der Bergbaufreiheit

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Hierauf  folgen  die  bei  Böhlau  fehlenden  Worte:
Universum  quoque  jus  ad  imperium  spectans  eis  remissimus  et  ea
proprietati  ipsorum  imperiali  clementia  assignavimus.
Böhlau 1  sieht  mit  Recht  in  dieser  Urkunde  einen  Beweis  des
Salzregals.  Die  Urkunde  gilt  heute  als  unecht;  es  würde  erst  recht
die  Bergregalität  beweisen,  da  man,  falls  sie  nicht  für  jene  Zeit  anerkannt ­
  wäre,  nicht  zu  einer  Fälschung  zu  greifen  brauchte.
In  Urkunde  31 1  2  überträgt  die  Kaiserin  Kunigunde  Ortschaften
nebst  Regalien  und  darunter  auch  Salzwerke  in  Hall  dem  Hochstifte
zu  Freising.  Diese  Ortschaften  und  Gegenstände  hatte  sie  als  Wittum
von  Heinrich  II.  erhalten.  Im  königlichen  Orte  Hall  wurden  schon
längst  königliche  Salinen  betrieben,  wie  dies  die  Urkunde  Heinrich  II.
vom  1.  November  1007 3  über  die  nämlichen  Salzwerke  beweist.
In  Urkunde  32  vom  Jahre  1027  übereignet  Konrad  II.  dem  Abte
und  der  Kirche  zu  Paderborn  im  Jahre  1027  villam  regiam  Erwitte,
ad  quam  salina  spectabat 4 .
Die  Urkunde  33  vom  11.  März  1029  enthält  die  Bestätigung  aller
Besitzungen  des  Erzstiftes  Freising  durch  Kaiser  Konrad  II.  Mit  den
Besitzungen  werden  verschiedene  Regalien  aufgezählt 5 .  „Cum  mercatis,
  theloneis,  et  percussura  propria  numismatis  et  salinis  et  sartaginibus
ac  locis  sartaginum.“  Wie  Freising  diese  erhielt,  ist  bei  Urkunde  13
nachgewiesen.
Die  Urkunde  34  vom  24.  August  1029,  in  welcher  Kaiser  Konrad
einem  Elfericus  „miles  de  Sulza  licentiam  salem  faciendi  et  venumdandi“
  erteilt,  ist  falsch 6 .  Sie  wäre  indes  wohl  schwerlich  gefälscht
worden,  wenn  nicht  die  allgemeine  Überzeugung  damals  dahin  ging,
daß  niemand  ohne  kaiserliche  Genehmigung  Salzwerke  haben  durfte.
In  Urkunde  35 7  vom  2.  Oktober  1064  gab  Heinrich  IV.  locum
Orbaha  (Orb)  an  die  Abtei  St.  Stephan  und  Martin  in  Mainz  mit  vielen
diesem  Orte  zustehenden  Regalien,  wie  den  Fischfang  und  salinarum
fontibus.

1  P-  9-2
  v.  Koch-Sternfeld  II  151.  Meichelbeck,  Historia  ecclesiae  Frisingensis
I  p.  219.
3  In  der  Monumenta  Boica  tom.  XXVIII  p.  373,  bei  Böhlau  Urkunde  29.
1  Urkunde  u.  a.  in  Seibertz’  Urkundenbuch  I  No.  24.
5  Meichelbeck,  Historia  Frinsingensis  Aug.  Vind.  et  Graecii  1724,  p.  223.
6  Waitz,  Deutsche  Verfassungsgeschichte  VIII  272,  Anm.  4.
7  Lünig,  Deutsches  Reichsarchw,  Leipzig  1713  ff.,  TI.  XIX  S.  23.  v.  Koch-Sternfeld
  S.  87  und  sonst.
            
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