Full text : Die Paumgartner von Nürnberg und Augsburg

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Finanzmann  umzusehen.  Er  trat  in  Beziehung  zu  den  Fuggern,
die  allmählich  Hans  Baumgartners  von  Kufstein  Sonderstellung ­
  erschütterten.  Als  dann  im  Jahre  1490  Maximilian  I.
an  Stelle  des  schwachen  Sigismund  die  Regierung  Tirols  übernahm, ­
  begünstigte  er  die  Augsburger  Kaufleute  in  erster  Linie
und  liess  ihnen  den  reichen  Bergsegen  zukommen.  Neben  den
Fuggern  bekamen  jetzt  Sigismund  Gossembrot  und  sein  Bruder
Georg,  der  Rat  Maximilians  und  Pfleger  von  Ehrenberg  war 1 ),
ferner  die  Herwart,  Adler  und  Höchst  etter  Anteil  am  Tiroler
Finanzwesen,  das,  seit  Maximilian  König  geworden  war,  auch
das  Geld  für  dessen  weittragende  Pläne  aufzubringen  hatte.
Dies  ist  in  grossen  Zügen  die  Entwicklung  der  Tiroler  Verhältnisse ­
  bis  zum  Jahre  1496,  in  dem  Franz  und  Hans  Paumgartner
  Zugang  zu  den  Bergschätzen  fanden,  die  auch  für  sie
eine  Quelle  des  Reichtums  wurden.  Maximilian,  der  damals  in
Italien  gegen  die  Franzosen  Krieg  führte,  wandte  sich,  da  der
„gemeine  Pfennig“  nur  spärlich  einlief  und  auch  das  verbündete
Venedig  die  zugesagten  Geldmittel  vorenthielt 2 ),  an  die  Fugger,
Georg  Herwart,  Sigmund  Gossembrots  Gesellschaft  und  Franz
und  Hans  Paumgartner),  um  ein  Darlehen  zu  erhalten.  Die
genannten  vier  Firmen  liehen  hierauf  dem  König  am  22.  August
1496  60  000  fl.  Dafür  wurden  ihnen  120  000  M  Silber  gegeben,
jede  Mark  zu  8  fl  5  kr  gerechnet.  Die  Kaufleute  bezahlten  an  die
Gewerken  für  die  Mark  6  fl  20  kr  und  ausserdem  1  fl  15  kr  an
den  Tiroler  Schatzmeister,  den  Rest  (also  y 2  fl)  durften  sie  zur
Tilgung  der  60  000  fl  behalten.  Ab  1.  Januar  1497  sollte  ihnen
alles  in  Schwaz  gemachte  Silber  drei  Jahre  lang  zustehen.
Da  nun  aber  der  Marktpreis  des  Silbers  in  Venedig  ein  viel
höherer  war  und  für  die  Mark  Silber  ca.  10  fl  betrug,  so  konnten
die  Paumgartner,  angenommen  sie  erhielten  den  vierten  Teil
des  Silbers,  in  einem  Jahr  gegen  20  000  fl  gewinnen 2 ).  Wir
begreifen  so  das  plötzliche  Emporschnellen  ihrer  Steuersumme
zwischen  1497  und  1498.
Bereits  hn  Jahre  1497  schlossen  die  Brüder  wieder  einen
Silbervertrag  mit  Maximilian  ab,  diesmal  ohne  weitere  Teil!) ­
  Sigmund  und  Georg  Gossembrot  sind  Söhne  des  uns  schon
bekannten  Humanisten  Sigmund  Gossembrot.
2 )  Der  Reingewinn  freilich  wird  etwas  geringer  anzusetzen  sein,
da  die  Fracht,  Zölle,  Fuhrlöhne  etc.  von  obiger  Summe  noch  in  Abzug
zu  bringen  sind.
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