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Vater legte damit den Grund zu seines Sohnes grossartigen
Bergwerksunternehmungen, die wir später kennen lernen werden.
Auch auf einem anderen Gebiet leitete er die Bestrebungen
Hans Paumgartners d. J. ein — im Erwerb von Gütern. Im
Zusammenhang mit Gossembrots Testament haben wir bereits
der von ihm übernommenen Pflege Ehrenberg bei Füssen Er
wähnung getan 1 ). Er zahlte den Erben Gossembrots 2000 fl,
welche diesem auf die Pflege versichert waren, hinaus und
löste ausserdem mit Maximilians Zustimmung den Grafen
Hans v. Montfort, der 2000 fl auf dem Gericht Ehrenberg und
Tannheim stehen hatte, ab. Am 18. August 1502 teilte dann
der König den Untertanen des Gerichts mit, dass er den Hans
Paumgartner, seinen Rat, zum Pfleger in Ehrenberg ernannt
habe 2 ). Es wurden ihm für Burghut und Dienstleistungen
500 fl aus den Einkünften der Herrschaft zugesichert. Bis
zum Jahre 1523 blieb Paumgartner Inhaber der Pflege, dann
übernahm sie Ferdinands I. Günstling Gabriel Salamanca,
dem Ferdinand 8500 fl darauf verschrieben hatte 3 ).
Seit 1504 besass Hans Paumgartner das Dorf Türkheim
in der zu Bayern gehörigen Herrschaft Schwabeck. Er hatte
dem Herzog Albrecht IV. 2800 fl geliehen, wofür ihm dieses
Dorf verpfändet worden war. Im Jahre 1529 kaufte Herzog
Wilhelm die Besitzung wieder zurück 4 ). Auch die Herrschaft
Pähl, die Paumgartner und Jörg Wieland im Jahre 1505 von
Herzog Albrecht IV. von Bayern um 18 000 fl gekauft hatten,
wurde von Bayern noch zu Hans Paumgartners d. Ae. Leb
zeiten wieder zurückerworben 5 ). Dagegen erwarb Paum
gartner mehrere Güter, die den Grundstock des späteren Güter
bestandes der Familie bildeten. Im Jahre 1507 kaufte er von
Wilhelm Ulstatt einige Höfe zu Weringen, Anried und Döps-
hofen um 1174 fl und löste ausserdem eine auf diesen Gütern
lastende Schuld von 1000 fl ab 6 ). Im Jahre 1511 gingen zwei
Höfe und drei Sölden zu Steppach aus dem Besitz des bekannten
1 ) J. Ladurner: Veste und Herrschaft Ehrenberg (Ztschr. des
Ferdinandeums f. Tirol u. Vorarlberg 3. Folge Bd. 15 S. 5 ff. bes. S. 109).
2 ) Innsbruck, Statthaltereiarchiv: Cop. I. Ser. Missiv (1502) fol. 105.
3 ) L a d u r n e r a. a. O. S. 110.
*) Lori: Geschichte des Lechrains 2. Bd. Urk. Nr. 271 (S. 272).
e ) München, Reichsarchiv: Gerichtsurkunden von Weilheim Fasz. 5.
*) München, Reichsarchiv: Familienkodex f. 6 b, 7 a.