Full text: Die Paumgartner von Nürnberg und Augsburg

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sonders anfangs sich etwas nachgiebiger verhalten müsse, 
um sich die Regierung für spätere Geschäfte geneigt zu machen. 
Maximilians I. Lebenszeit nahte sich ihrem Ende 1 ). Auf 
seinem letzten Reichstag zu Augsburg im Herbst 1518 betrieb 
der Kaiser die Wahl seines Enkels Karl zu seinem Nachfolger. 
Die Rolle, die das Fuggersche Geld bei diesen Verhandlungen 
spielte, ist bekannt. Auch Paumgartner durfte mit seinem 
Kapital Karl zur Krone verhelfen. Er lieh Maximilian I. 
10 000 fl zu „Unterhaltung“ auf dem Reichstag. Die Summe 
ist eingetragen in einer von Greiff edierten Abrechnung „Was 
Kayser Carolus dem V ten die Römisch Küniglich Wal cost im 
1520. Jar.“ 2 ) Sie ist klein im Verhältnis zu den Fuggerschen 
Aufwendungen für diesen Zweck. Indirekt war Hans Paum 
gartner auch vermutlich stärker beteiligt. In jenem bekannten 
stolzen Brief, den Jacob Fugger im Jahre 1523 an Karl V. 
schrieb, und in dem er den Kaiser um Rückzahlung der für 
die Wahlkosten vorgestreckten Gelder bittet, sagt er ja aus 
drücklich „dann ich war lieh von solchem aufgebrachten geld 
selbst Interesse zahlen muost“ 3 ). Sollte hierbei Fugger nicht 
auch das Kapital seines Schwagers Hans Paumgartner heran 
gezogen haben? 
In den Jahren 1515 bis 1520 hatte der junge Paumgartner 
noch unter seines Vaters Oberleitung gestanden. Er legte 
diesem am 26. März und am 20. Dezember 1517 sowie noch 
mals am 7. Mai 1520 Rechenschaft ab, wobei der Vater alles 
in bester Ordnung fand. Am 7. November 1520 übergab er dem 
Sohn alle Geschäfte. Dieser sollte doppelt so viel erben als 
eine der Töchter. Verschwiegenheit über geschäftliche Dinge 
l ) Wie bedeutungsvoll gerade die Regierung Maximilians I. für 
die Augsburger Kaufleute war, geht aus ff. Stelle bei dem Chronisten 
Wilhelm Rem hervor (Chron. d. deutschen Städte XXV S. 101): „Der 
kaiser was den von Augspurg günstig und besunderlich den bürgern, es 
waren vil lcauffleut hie, die handleten mit ihm; wan er gelt dorft, so 
liehen sie im gros gutt auff die Silber und kupfer zu Schwotz. dieselben 
kafleut gewunen vil gelt an im, dan er was frum und hielt in die keff 
redlich, so künden die kaffleut wol scheren.“ 
a ) Deutsche Reichstagsakten. Jüngere Reihe Bd. 1 S. 117. Greiffs 
Veröffentlichung findet sich im Jahresbericht des Hist. Ver. f. Schwaben 
u. Neuburg Bd. XXXIV (1868) S. 9 ff. 
3 ) Dieser berühmte Brief ist öfter gedruckt, so zuletzt bei Jansen: 
Jacob Fugger der Reiche S. 249 f.
	        
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