Vorwort.
Die für die Geschichte des deutschen Handels im Uebergang
vom Mittelalter zur Neuzeit so wichtige Einzelforschung,
besonders die Beschäftigung mit den grossen Kaufmannsfamilien
Nürnbergs und Augsburgs, steht erst in den Anfängen.
Zwar besitzen wir schon seit einer Reihe von Jahren Richard
Ehrenbergs gross angelegtes Werk „Das Zeitalter der
Fugger" (2 Bde. Jena 1896), das neben den Fuggern auch die
andern bedeutenden Handelsfamilien behandelt, es kann und
will aber Ehrenbergs Darstellung die Einzelforschung nicht
unnötig machen, sondern erst recht dazu anregen. Für die
Frage nach den Vermögensverhältnissen der Augsburger Kaufleute
hat dann Jacob Strieder in seiner „Genesis des
modernen Kapitalismus“ (Leipzig 1904) eine Grundlage geschaffen.
So wertvolle Aufschlüsse wir den beiden genannten
Werken verdanken, so sind sie doch, freilich ohne Schuld ihrer
Verfasser, in Einzelheiten nicht immer genau, da eine Reihe
wichtiger Vorarbeiten besonders auf genealogischem und verfassungsgeschichtlichem
Gebiet fehlte. Wie wichtig aber gerade
genealogische Fragen auch für den Forscher der Handelsgeschichte
sind, davon wird die vorliegende Arbeit Zeugnis
ablegen.
Die eigentliche Einzelforschung begann dann mit Max
Jansens „Studien zur Fugger-Geschichte“. Hier wurde
zum erstenmal gezeigt, welch reiches, bisher unbenütztes
Material dem Handelshistoriker noch zur Verfügung steht.
Einer Anregung Jansens verdankt auch die vorliegende Arbeit
ihre Entstehung, die versuchen möchte, eine andere Augsburger
Kaufmannsfamilie, die Paumgartner, in ihrer Bedeutung
zu schildern. Stand es auch von vornherein fest, dass sich
über diese längst erloschene Familie nicht so reiches Material
finden würde, wie über die Fugger, die heute noch blühen und
über ein wohlgeordnetes Familienarchiv verfügen, so hat sich
doch gezeigt, dass auch für die Paumgartner sich noch eine
Fülle neuen Stoffes beibringen liess.