Full text: Graf Georg Kankrin in nationalökonomischer und finanzwirtschaftlicher Beziehung

i) Weltr. 103. — 2 ) Weltr. 104. — 3) Weltr. 104, 105. 
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würde, wie es auch richtig sei, daß kleine Bauerngüter, 
mit »großer Tendenz zur Steigerung der Pachtsummen in 
Pacht gegeben«, einen größeren Reinertrag ergeben, als 
wenn dieselben Bodenstücke als Eigentum von den Bauern 
familien bebaut würden. 1 ) Dasselbe sei auch der Fall, 
wenn eine Nation, nachdem sie im Ackerbau auf die oben 
bezeichnete Weise den höchstmöglichen Reinertrag zu er 
zielen begann, den letzteren nun dazu verwendet, »eine 
möglichst zahlreiche Fabrikpopulation« zu unterhalten, also 
Industrie zu treiben. Die Vorteile im letzteren Falle seien 
noch merkbarer bei einer übermäßigen Fabrikbevölkerung, 
wobei man »aus seinem Lande sozusagen die Stadt andrer 
Länder macht.« 2 ) Allein alle Bestrebungen nach dem höchst 
möglichen Reinertrag seien verderblich, weil »die Sicherheit des 
Staates durch die übergroße Menge von taglöhnerischem 
Pöbel, bedrückten Kleinpächtern« und zu zahlreichen Fabrik 
arbeitern »mehr gefährdet wird, als der Nutzen eines 
größeren reinen Ertrags beträgt.« 3 ) 
Man müsse sich aber wegen der Furcht vor der Über 
völkerung mit Fabrikarbeitern vor einem anderen Extrem 
sehr hüten, wonach besser sei, fremde Fabrikate wohlfeiler 
einzukaufen, als selbst teurer zu produzieren, denn eine 
unabhängige Nationalexistenz erfordere es, daß der Staat 
»dringendste« Bedürfnisse selbst befriedige. 8 ) 
Wie nun aber auf diesen Irrwegen der Volkswirtschafts 
politik »die rechten Mittelwege, die richtigen Auskünfte, die 
wirksamen Arzneimittel zu treffen« wären, darüber lassen 
sich nach Kankrin keine allgemeinen Regeln aufstellen, denn 
das sei schon die Sache der Staatsweisheit, die »auf ange 
borenem Grund erworben wird und keineswegs als eins 
mit der Wissenschaft betrachtet werden kann«. Auch 
lassen sich »keine Lehren für die Staatsweisheit geben, wie 
für jede Weisheit überhaupt, da alles von den Umständen
	        
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