Full text: Der Produktionsprozeß des Kapitals (1.1928)

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Vierter Abschnitt 
Kornfrucht, Getreide und Mehl aller Art. Ich gebe nachstehenü das 
zusammenfassende Resultat. Das Mehl ist auf Quarters Korn redt 
ziert. (Siehe Tabelle auf Seite 397.) 
Die ungeheure, stoßweise Ausdehnbarkeit des Fabrikweser 
und seine Abhängigkeit vom Weltmarkt erzeugen notwendig fieber 
hafte Produktion und darauffolgende Ueberfüllung der Märkte, mit 
deren Kontraktion [Zusammenziehung] Lähmung eintritt. Das Lebe 
der Industrie verwandelt sich in eine Reihenfolge von Periode” 
mittlerer Lebendigkeit, Prosperität [Gedeihen, Aufschwung], Ueber 
produktion, Krise und Stagnation [Geschäftsstille, Stockung]. D" 
Unsicherheit und Unstetigkeit, denen der Maschinenbetrieb die Be 
schäftigung und damit die Lebenslage des Arbeiters unterwirft 
werden normal mit diesem Periodenwechsel des industriellen Zy 
klus [Kreislaufs]. Die Zeiten der Prosperität abgerechnet, rast zw 
schen den Kapitalisten heftigster Kampf um ihren individuelle 
Raumanteil am Markt. Dieser Anteil steht in direktem Verhältp“ 
zur Wohlfeilheit des Produkts. Außer der hierdurch erzeugt“ 
Rivalität im Gebrauch verbesserter, Arbeitskraft ersetzender Ma 
schinerie und neuer Produktionsmethoden tritt jedesmal ein Punk 
ein, wo Verwohlfeilerung der Ware durch gewaltsamen Druck de‘ 
Arbeitslohnes unter den Wert der Arbeitskraft erstrebt wird.?” 
2385 In einem Aufruf der von den Schuhfabrikanten zu Leicester dur 
eine Aussperrung aufs Pflaster geworfenen Arbeiter an die „Trade-Societl® 
of England“, Juli 1866, heißt es unter anderm: „Seit etwa 20 Jahren wurd 
die Schuhmacherei in Leicester umgewälzt durch Einführung des NieteP! 
statt des Nähens. Gute Löhne konnten damals verdient werden. Bald 
dehnte sich dies neue Geschäft sehr aus. Große Konkurrenz zeigte sich 
unter den verschiedenen Firmen, welche den geschmackvollsten Artike 
liefern könne. Kurz nachher jedoch entsprang eine schlechte Art Kor 
kurrenz, nämlich die, einander im Markt zu unterbieten (undersell). Die 
schädlichen Folgen offenbarten sich bald in Lohnherabsetzung, und v 
reißend schnell war der Fall im Preise der Arbeit, daß viele Firmen jet 
nur noch die Hälfte des ursprünglichen Lohnes zahlen, Und dennoch, ob 
gleich die Löhne tiefer und tiefer sinken, scheinen die Profite mit jede 
Aenderung des Arbeitstarifs zu wachsen.“ — Selbst ungünstige Period® 
der Industrie werden von den Fabrikanten benutzt, um durch übertriebe‘ 
Lohnherabsetzung, das heißt direkten Diebstahl an den notwendigst® 
Lebensmitteln des Arbeiters, außerordentliche Profite zu machen. Ein Ber 
spiel. Es handelt sich um die Krise in der Seidenweberei zu CoventI) 
„Aus Nachweisen, die ich sowohl von Fabrikanten wie Arbeitern erhiel 
folgt zweifelsohne, daß die Löhne in einem größeren Umfang verkür? 
wurden, als die Konkurrenz ausländischer Produzenten oder andere Um 
stände ernötigten. Die Mehrheit der Weber arbeitet zu Löhnen, die un 
30 bis 40 pZt. herabgesetzt sind. Ein Stück Band, wofür der Weber 5 Jahr 
früher 6 oder 7 Shilling erhielt, bringt ihm jetzt nur 3 Shilling 3 Pence 0do 
8 Shilling 6 Pence ein; andere Arbeit, früher zu 4 Shilling und 4 Snilliod 
3 Pence bezahlt, erhält jetzt nur 2 Shilling oder 2 Shilling 3 Pence. De 
Lohnherabsetzung ist größer, als zur Anregung der Nachfrage erheischt 18 
In der Tat, bei vielen Arten von Band war die Lohnherabsetzung nicht ei
	        
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