Vorwort.
VII
fein, sich in einem regelrechten Studiengange auf der Handelshochschule Kenntnisse
in der theoretischen und praktischen Nationalökonomie anzueignen; die meisten von
ihnen werden nach wie vor aus den Selbstunterricht angewiesen bleiben. Daß sie
es gerade leicht hätten, sich auf diese Weise weiter zu bilden, wird niemand im
Ernste behaupten wollen, und zwar schon deshalb nicht, weil die vorhandenen
literarischen Hülfsmittel fast durchweg viel zu wünschen übrig lassen.*)
Namentlich wird das Fehlen einer für junge Kaufleute geeigneten Ein
führung in die Geschichte, die Theorie und die Praxis des Äandels, der Industrie
und des Verkehrswesens schmerzlich empfunden.
Diese Lücke möchte mein Lesebuch wenigstens insoweit ausfüllen, als es —
statt einer zusammenhängenden selbständigen Gesamtdarstellung — sorgfältig aus
gewählte Einzelaufsätze bringt, in denen ausgezeichnete Fachmänner die wichtigsten
Kapitel aus den genannten Gebieten besonders anziehend behandeln.
Für die Anordnung und die Gliederung des Stoffes sowie für die Aus
wahl der einzelnen Stücke waren, wie wohl kaum hervorgehoben zu werden braucht,
im wesentlichen praktische Gesichtspunkte maßgebend.
Den Herren, die mir den Abdruck ihrer Arbeiten — zum Teil in einer
meiner Absicht mehr entsprechenden abgeänderten oder abgekürzten Form — be
reitwilligst gestatteten, danke ich für ihr freundliches Entgegenkommen verbindlichst.
Möge mein Buch der „Theorie der politischen Ökonomie" recht viele be
geisterte Jünger zuführen; das ist mein herzlicher Wunsch.
Frankfurt a. O., Pfingsten 1905.
Dr. Mollat.
*) Eine rühmliche Ausnahme macht u. a. der mustergültige Leitfaden der Volkswirtschafts
lehre von A. Adler. 4. Aufl. Leipzig, I. M. Gebhardts Verlag, 1901.