immer wieder bewundert wurden, was nun für ein großer und
gewaltiger Wirtschaftskonzern dort und hier entstehe. Es war
die Zeit, da die deutsche Sprache ihre fatalste Bereicherung bekam
mit dem Begriff des Sachwertes, und da die Menschen, wie man
sich ausdrückte, in die Sachwerte gingen, da diesem „in die Sach—
werte gehen“ das gesamte Publikum sich anschloß. Was für un—
geheure Illusionen das waren, das zeigt sich auch heute, da selbst
Bankiers erstaunt und entrüstet darüber sind, daß Aktien von
Fabriken so schlecht im Kurse stehen, da doch der innere Wert der
Fabriken und Vorräte und Maschinen so und so hoch sei und
infolgedessen eigentlich von Gottes und Rechts wegen die Aktien
viel höher stehen müßten. Jetzt müssen auch die Bankiers neu
lernen, daß der Kurs einer Aktie sich nicht am investierten
Kapital ablesen läßt, sondern an der Ertragsfähigkeit, an dem,
was heraus kommt. Und das schmerzliche Betrachten von Kurs—
zetteln, was heute erneut eine etwas zweifelhafte Beschäftigung
für Illusionisten der Erwartung geworden ist, zeigt, daß wir alte
Wahrheiten neu lernen müssen: daß die deutsche Exportfähigkeit
sich nicht nach dem Besitz von großen Maschinen und Fabriken
richtet, sondern nach dem inneren Verhältnis des kalkulierten Er—
trages und der Konkurrenz mit denen da draußen.
Wir hatten nach dem Kriege ja auch neue Methoden für unsere
Exportpropaganda, wenn ich so sagen darf, zu schaffen gesucht,
neue Methoden, die an alte Tatsachen anschlossen. Ich will nicht
viel davon sprechen, es muß aber genannt werden in der Be—
handlung der Gesamtfrage. Als wir die Inflation hatten, hatten
wir nicht nur die Inflation des Geldes, nicht nur die Inflation
der Bureaukratie, sondern auch in Deutschland eine Inflation
der Messen, den Glauben, das Ausland komme sowieso gern zu
uns, um deutsche Waren zu kaufen. Das war so lange zu ver—⸗
stehen, als der Aufenthalt in Deutschland aus der Westentasche
bezahlt werden konnte, ist aber heute, da auch für den ausländi—
schen Käufer Deutschland ein teures Land geworden ist, eine
große Fragwürdigkeit und eine Schicksalsfrage der deutschen Aus—
fuhrpolitik und Ausfuhrpropaganda geworden. Ich glaube, wir
werden hier eine Revision dieser innerdeutschen Situation zum
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