Object: Die englische Agrarenquete von 1913

Zweites Kapitel. Das Behausungsproblem. 
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Lohnerhöhung, wie unumgänglich, nicht allein vom Pächter getragen 
werden, sondern der Landbesitzer muß daran partizipieren, und zwar 
von Rechts wegen, nach Entscheidung des oben vorgeschlagenen Ge 
richtshofes. 
Das gesamte Pachtauskommen in England und Wales ist rund 500000000 Mk. 
„ „ Einkommen der erwachsenen Arbeiter rund . . 400000000 „ 
Um dieses Einkommen auf ltz s zu erhöhen, wären erforderlich weitere 12000000 „ 
„ „ „ 20 s „ „ „ „ 40000000 „ 
„ „ „ „ 221/üs „ „ „ „ 94000000 „ 
So interessant diese summarische Gegenüberstellung ist, so wenig 
besagt sie für den einzelnen Fall, denn an der einen Stelle gäbe 
es kaum eine Veränderung, an der anderen enorme Zuschläge. Des 
halb wurden in jeder Grafschaft Stichproben gemacht und für eine An 
zahl von Farmern (übers ganze Land 500) die genaue Pacht einer 
seits, die genauen Löhne andererseits ermittelt. Dies ergab, daß unter 
der Fiktion, daß der Grundeigentüüier die Hälfte der Lohnerhöhung 
übernehmen müsse, zur Folge haben würde: eine Erhöhung des Lohnes 
auf 18 s eine Pachtermäßigung von mindestes 0,8 %, höchstens 3,9 °/o, 
20 s „ „ „ 2,6°/°, „ U,1°/°, 
„ 22V.b, „ „ „ 5,4%, „ 22,3%. 
Dies würde sich in der Praxis natürlich jeweils variieren, je nach 
dem die betreffende Farm verhältnismäßig billig oder teuer verpachtet 
ist; im ersteren Falle würde auf den Grundbesitzer bei normaler Ein 
stellung weniger, im letzteren mehr entfallen. 
Zweites Kapitel. Das Behanftmasproblem. 
Seit mehr als 60 Jahren macht die Gesetzgebung periodische Ver 
suche, des Wohnproblems Herr zu werden. Zwischen 1851 und 1890 
wurden siebzehn Gesetze gemacht, 1890 das letzte; darauf basiert das 
heutige Recht. Die 1875—1907 geschaffenen „Öffentlichen Gesundheits 
gesetze" trugen ein gut Teil zur Verbesserung verfallender Wohnungen 
bei; jetzt wirkt daran auch mit dem Housing and Town Planing Act 
von 1909. 
Das Behausungsgesetz von 1890 hat wenig zur Verbesserung der 
Wohnverhältniffe auf dem Lande beigetragen; ein 1906 ernannter Prü 
fungsausschuß behauptete, daß die meisten ländlichen Bezirksausschüsse 
(District Councils) nichts damit zu machen gewußt hätten. Dieses
	        
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