Full text : Abriss einer Geschichte der Theorie von den Produktionsfaktoren

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Gemeinsames,  was  alle  Güter  haben;  da  gibt  es  nun  nach  Marx  nichts
anderes,  als  die  Menge  Arbeit,  die  auf  die  Herstellung  des  Gutes  verwandt ­
  worden  ist  oder  wie  Marx  sie  nennt,  die  quantitative  Arbeit,  und
zwar,  da  der  eine  schneller  arbeitet,  der  andere  langsamer,  die  durchschnittliche ­
  gesellschaftliche  Arbeit 1 ).  Von  dieser  Form  der  Arbeit,  die
den  Tauschwert  der  Güter  bestimmt,  unterscheidet  er  die  qualitative,
zweckbestimmende  Arbeit,  die  darauf  gerichtet  ist,  dem  Produkt  eine
ganz  bestimmte  Eigenschaft  zu  verleihen.  Es  sind  dies  aber  nicht
etwa  zwei  verschiedene  Arbeitsarten,  sondern  nur  zwei  Seiten  ein
und  derselben  Arbeit,  indem  diese  das  eine  Mal  nach  ihrem  Zwecke,
das  andere  Mal  nach  ihrer  Menge  beurteilt  wird,  oder  in  dem  einen
Falle  nach  ihrer  Qualität,  im  anderen  nach  ihrer  Quantität;  die
qualitative  Seite  der  Arbeit  gibt  dem  Produkte  den  Gebrauchswert,
die  quantitative  den  Tauschwert.  Selbstverständlich  ist  der  Gebrauchswert ­
  der  ursprünglichere  von  den  beiden,  und  es  kann  ein  Gut  nie
irgendwelchen  Tauschwert  haben,  der  nicht  von  einem  Gebrauchswert
getragen  wird 2 ).  Diese  Unterscheidung  ist  es,  auf  die  Marx  den
Charakter  unserer  heutigen  Wirtschaftsform,  der  kapitalistischen  Wirtschaft, ­
  zurückführt.  Wie  sie  entstanden  ist,  können  wir  hier,  da  es
uns  zuweit  führen  würde,  übergehen,  es  kommt  uns  bloß  auf  eine
systematische  Erklärung  an:
Der  Kapitalist  der  heutigen  Zeit,  der  die  Güter  nicht  mehr
selbst  herstellt,  sondern  sie  durch  andere  verfertigen  läßt,  muß  mit
seinem  Kapital  alles  zum  Arbeitsprozeß  Notwendige  sich  kaufen,  und
zwar  zweierlei,  erstens  die  Produktionsmittel,  das  sind  die  Arbeitsgegenstände ­
  und  die  Arbeitsmittel,  zweitens  die  Arbeitskraft.  Beide
vereinigen  sich  im  Arbeitsprozeß  und  bringen  dadurch  das  Produkt
hervor,  das  natürlich  dem  Kapitalisten  gehört,  der  sowohl  die  Produktionsmittel ­
  wie  die  Arbeitskraft  mit  seinem  Gelde  bezahlt  hat 8 ).
Da  es  ihm  nicht  auf  den  Gebrauchswert  der  Waren  ankommt,  diese
vielmehr  zum  Austausch  bestimmt  sind,  so  ist  ihr  Tauschwert  maßgebend, ­
  der  sich  aus  den  Kosten  der  Arbeitsgegenstände,  Arbeitsmittel ­
  und  der  Arbeit  zusammensetzt.  Der  Kapitalist  würde  also  am
Schlüsse  des  Produktionsprozesses  genau  soviel  Tauschwerte  wieder
herausbekommen  müssen,  wie  er  in  den  Anschaffungskosten  hineingesteckt ­
  hat.  Dies  kann  aber  nie  und  nimmer  die  Absicht  des

')  Marx,  ,a.  a.  0.,  I,  12.
2 )  Ders.,  a.  a.  0.,  I,  7.
3 )  Ders,  a.  a.  0.,  I,  147  ff.
            
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