Full text : Die Schweiz

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Weinberge  angelegt.  Der  heiße  Sommer  kocht  hier
jene  süßen  Trauben,  die  in  Menge  in  die  übrige
Schweiz  versandt  oder  zu  dem  vorzüglichen,  schweren ­
  Walliserwein  gekeltert  werden.  Die  Obstgärten
des  untern  Wallis  versorgen  die  ganze  Schweiz
mit  einem  Reichtum  von  edlen  Früchten,  Aprikosen,
Pfirsichen,  Äpfeln  und  Birnen;  die  Gemüsefelder
auf  der  Schlammerde  der  Rhoncebene  liefern  die
bekannten  Walliser  Spargeln.  Inmitten  des  Überflusses ­
  an  Früchten  gewinnt  die  Konservenbereitung
einen  stets  wachsenden  Wert.  An  den  Halden  des
Rhonequertales  vom  Genfersee  bis  nach  Martigny
bildet  die  schattige  Edelkastanie  ganze  Bestände.  Im
innern  Wallis  dehnen  sich  auf  der  bebauten  Talsohle ­
  von  Martigny  bis  nach  Brig  hinauf  die
Maisfelder  aus.  Gegenüber  anderen  Landschaften
der  Alpen  hat  das  Wallis  einen  stark  verbreiteten
Getreidebau,  der  neben  dem  Weinbau  an  den  Felshalden ­
  und  auf  der  Sohle  des  untern  Rhonetales
vorherrscht,  aber  bis  zur  Meereshöhe  von  2000  m
vordringt.  Die  höchstgelegenen  Weizen-  und  Roggenfelder ­
  bringen  in  ärmlichem  Wuchs  nur  noch
kurze  Halme  und  magere  Ähren  hervor.  Oft  vermögen ­
  die  Körner  vor  dem  Einwintern  kaum  zu
reifen;  das  Getreide  wird  dann  geschnitten  und  aus
Holzgerüsten  zum  völligen  Ausdörren  ausgebreitet.
Der  Getreidebau  lohnt  hier  längst  nicht  mehr;  er
wird  hauptsächlich  noch  betrieben,  weil  die  Bevölkerung ­
  von  alters  her  bestrebt  ist,  sich  mit  allem
Nötigen  selbst  zu  versorgen.  Wie  für  den  Weinstock
und  das  Getreide,  so  steigen  im  Bereich  der  Mas-Höhcngrcnzcnsenerhebung
  der  Walliser  Alpen  die  Höhengrenzen
überhaupt  zu  ungewöhnlicher  Höhe  an,  wie  dies
früher  für  die  Wald-  und  Schneegrenze  und  für  die
Lage  der  obersten  Alphütten  gezeigt  wurde.  Die
oberste  Sennhütte  steht  bei  2665  m  auf  der  Alp
de  Lona  im  Val  d'Horens;  am  Abhang  des  Jll-
            
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