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tal und bilden mit ihren Felsausläufern einen jener
Talriegel, durch die sich der Fluß in engem Durch
bruch einen Weg schafft. Hier laufen die Eisenbahnen
von der schweizerischen und der französischen Seite
des Genfersees zur Simplonlinie zusammen. Über
St. Maurice sperrt eine moderne Befestigung das
Wallis ab. Straße und Bahn laufen auf der ein
tönigen Aufschüttungsebene taleinwärts und biegen
bei M a r t i g n y in die Längstalrichtung des '.nnern
Wallis ab. Am Rhoneknie mündet die Dranse, die
das Wasser aus den drei Dransetälern vor dem
Austritt aus dem Gebirge sammelt. Das westliche,
Val de Ferret, liegt am Fuß des vereisten Drei
ländersteins, des Mt. Dolent. Das wilde, wenig be
gangene Val de Bagnes reicht zu den Gletschern des
Grand Combin 4317 in und des Mont Blanc de
Seillon 3871 in hinauf. Durch das mittlere
Tal, das Val d'Entremont, führt der altberühmte
Weg über die Paßhöhe des Großen St. Bern
hard 2472 in, an den Taldörfern Sembran
ch e r, Orsi6res und St. Pierre vorbei. All
jährlich werden im Hospiz auf der Paßhöhe an
20,000 Reisende verpflegt, und immer noch halten
die Mönche die bekannten Bernhardinerhunde, die
den in Sturm und Nebel irrenden Wanderern Hilfe
bringen. Die Römer benutzten den Paß, um von der
Poebene über Augusta Practoria (Aosta) ins Rhone
tal und ins Mittelland hinaus zur Hauptstadt
Hclvetiens, Aventicum (Avenches), und weiter zum
Rbein hinab zu gelangen.
Unterhalb Martigny setzt das Hochtal des
Trient die Furche des Rhonelängstales ins Cha-
monix hinüber, an den Fuß der Mont Blanc-
Gruppe, fort. Von Bernayaz im Rhonetal
klimmt die Straße in vielen engen Kehren über die
nahezu 500 in hohe Stufe zum Taleingang von
S a l v a n hinauf, das wie F i n h a u t zum Luft