138
Das mittlere
Wallis
kurort geworden ist. Eine elektrisch betriebene Tou
ristenbahn verbindet Martigny durch das Trient
tal unter dem Col des Montets 1445 in hindurch
mit Chamonix. Die Landesgrenze liegt nicht auf
der Paßhöhe, sondern herwärts an einer in frühern
Zeiten leicht zu beherrschenden felsigen Talenge.
Der Trient durchsägt die Mündungsstufe in einer
großartigen Schlucht, während etwas weiter rhone-
talabwärts ein kleines Flüßchen, die Salanfe, im
Wasserfall Pissevache über die gleiche Talwand
hinunterstürzt.
Inmitten der Weinberge, Obstgärten und Ge
müsefelder am Rande der Rhvneebcnc liegt S a x o n
mit Konservenfabrik und weiter talaufwärts Rid-
des an Kohlenlagern. Die malerische Hauptstadt
des Landes, Sion (Sitten) mit 6500 Einwohnern,
gruppiert sich am Fuße von zwei burggekrönten
Felshügeln, Tourbillon und Valeria. Sie beherrscht
den gestuften Eingang zum Val d'Herens (und dem
Val d'Hörsmcnce), mit dem Hauptort Evolena.
Die Talhintergründe ragen in die Eisfelder des
Mt. Collon, der Deut d'Herens und der Deut
Blanche 4365 rn hinein. Die Borgne drängt ober
halb Sitten mit ihrem Schuttkegel die Rhone in
weit ausbiegendem Lauf an die nördliche Talwand
hinüber. Von Sitten aus führt der Sanetschpaß
ins Saanental und der Rawilpaß ins Simmental
hinüber. Die sommerliche Hitze steigt in der Haupt
stadt so hoch, daß die Bewohner mit Vorliebe einen
Aufenthalt auf hochgelegener Bergterrasse, von
S a v i 6 s e bis zürn Luft- und Lichtkurort Mon
tana hinüber, suchen. Sierre (Siders) steht
in weinreicher Umgebung inmitten der Trümmer
eines vorgeschichtlichen Bergsturzes, der von der
Wand der Berner Alpen herniederbrach. Uber eine
400 m hohe Stufe gewinnt der Weg den Eingang
ins Val d'Anniviers (Eivischtal), das aus der ver-