Full text: Die Schweiz

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Bündner 
Schiefer 
überflutet, dessen Spiegel 1000 m über betn heuti 
gen liegt, so würden Meeresarme durch die nörd 
liehen Alpentäler bis an den Hauptlamm der Nord 
alpen eindringen, bis in die Talhintergründe von 
Elm, Göschenen, Guttannen, Grindelwald, Lenk und 
Sannen; das Prätigau, Vorder- und Hinterrheiu- 
tal und Albulatal müßten weit taleir.wärts unter 
Wasser stehen. Dagegen würden die Seitentäler 
des Vordcrrheins, des Rheinwald, Avers, das Ober- 
halbstein, die Talmulden von Davos und Bcrgün 
und das ganze Engadin als Gebiete großer Erhe 
bung über dem Meeresspiegel liegen. Fehlt cs auch 
den Bündner Alpen nicht an kühn geformten Gipfelte 
und stark vergletscherten Gruppen, so überwiegen 
doch im Landfchaftsbild die auf breitem Fuß mit 
geringerer Böschung ansteigenden und weit'hinauf 
mit Wald und Weiden verkleideten Gebirge; sic 
heben sich über hvchliegcnde Talmulden hinaus und 
machen, von hier aus gesehen, naturgemäß nicht den 
Eindruck schreckhafter Steilheit und Größe, ivie 
die Walliser Alpen von ihren Nvrdtälern oder gar 
von der Poebene in 200 m MeereShöhe aus. 
Im Einzugsgebiet des Rheins setzt sich auf weite 
Flächen der Untergrund aus dunkeln, mürben Ton 
schiefern, dem Bündner Schiefer, zusammen. 
Auf dein zu fruchtbarer Erde verwitterten Schiefer- 
boden steigen üppig grüne Weiden bis zu den ge 
rundeten Bergkämmen hinauf. Die Halden sind aber 
auch beständig von Rutschungen und von der Ver 
wüstung durch Wildbäche bedroht, die bei Regen 
oder Schneeschmclze mit schlammigen, dunkeln Flu 
ten aus den tief in den Berg gerissenen Döbeln 
hervorbrechen und den offenen Talboden mit Schutt 
überführen; hier sind überall Verbauungen nötig 
geworden. Für Flußkorrektionen, Wildbach und 
Lawinenverbauungen hat Granbündcn wie kein an 
derer Alpenkanton schon gewaltige Opfer gebracht.
	        
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