Full text : Die Schweiz

180

Gotthord--verichr


Urserental

Ein  imposanter  Gebirgsrahmen  und  die  Steilufer
des  Urnersees  scheinen  das  Land  zu  gänzlicher  Abgeschlossenheit ­
  zu  bestimmen;  aber  längst  schon  leitet
der  Gotthardübergang  den  Weltverkehr  durch  das
einst  so  entlegene  Reußtal.
In,  Altertum  und  im  Frühmittc  kalter  kannte  niau
den  am  zentralsten  gelegenen  Alpenpaß  nicht;  die
Reisenden  querten  das  Gebirge  im  Westen  am  Großen
St.  Bernhard  und  im  Osten  am  Septimer.  Anfangs
des  13.  Jahrhunderts  wurde  durch  den  Bau  der  „stiebenden ­
  Brücke"  in  der  Schöllenenschlucht  der  Gotthardweg ­
  geöffnet,  der  den  großen  Verkehr  heranzog
und  der  vorher  wenig  beachteten  Talschaft  eine  hohe
Bedeutung  verlieh.  Durch  das  Reich  von  der  Herrschaft ­
  der  Grasen  von  Habsburg  losgekauft  und  als
reichsfrei  erklärt,  wurde  der  kleine  Paßstaat  zum  Kern
der  Eidgenossenschaft.  Die  Neuzeit  ersetzte  den  alten
Saumweg  durch  die  Gotthardstraße  und  die  Gotthardbahn; ­
  jene  wurde  1830,  diese  kurz  nach  dem  Durchschlag ­
  des  15  km  langen  Tunnels  zwischen  Göschenen
und  Airolo  im  Jahre  1882  fertiggestellt.  Diese  Bauten ­
  erhöhten  die  Wichtigkeit  des  Gotthardes  für  das
Ländchen.  Noch  heute  ist  Uri  ein  Paßstaat;  die  Gotthardbahn ­
  ist  seine  Lebensader.
Die  Reuß  saminelt  in  dem  ringsum  geschlossenen ­
  Becken  des  Urserentales  die  Bäche  aus  dem
Gebirgskörper  des  Gotthards  (Pizzo  Rotondo
3197  m  und  Pizzo  Centrale  3008  m).  über  die
Paßlücken  treten  die  Furkastraße  vom  Rhonetal,
die  Oberalpstraße  vom  Rheintal  und  die  Gotthardstraße ­
  vom  Tessin  her  im  Verkehrsmittelpunkt  Aride ­
  rmatt  zusammen  (Kartenbeilage  III,  wo  einzelne ­
  Werke  der  Gotthardbefestigung  den  Durchgang
beherrschen.  H  o  s  p  e  n  t  a  l  und  R  e  a  l  p  liegen  da,
wo  die  Gotthard-  und  die  Furkastraße  die  Sohle
des  wiesengrünen,  entwaldeten  Urserentales  erreichen. ­
  Der  Talfluß  durchbricht  bei  Andermatt  die
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.