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Bödeli
Lütschinen-
täler
Rothorns 2351 m, Brienz gegenüber stürzt der
Gießbach von der Axalp in sieben weißschänmenden
Fällen durch den dunklen Tannenwald in den Sec.
Brienzer- und Thunersee bildeten einst ein ein
ziges 8-förmig gebogenes Wasserbecken, in dessen
Mitte in der Folge der Lombach aus dem Habkern
tal und die Lütschine das Bödeli aufschütteten. Mit
ten im Bödeli erscheinen die stolzen Hotelreihen
des weltbekannten Fremdenplatzes Jnterlakeu
(lateinisch Inter lneus — zwischen den Seen). Bon
der durch eine Bergbahn erschlossenen Schinigen
Platte 2064 in umfaßt der Blick das wunderbare
Panorama der Berner Alpcnkctte, aus der in über
wältigender Schönheit die Jungfraugruppe (Jung
frau, Mönch und Eiger) emporsteigt. Von Jnter-
laken aus ist durch die Lücke des Lütschinentales
nur die Jungfrau sichtbar.
Das Lütschinental gabelt sich bei Zweilüt-
s ch i n e n in die beiden Aste des Lauterbrunnen- und
des Grindelwaldtales. Im Winkel zwischen der wei
ßen und schwarzen Lütschine bietet der Männlichen
den schönsten Blick auf die Jungfraugruppe. Das
Lauterbrunnental steigt als gewaltiger Trog zwi
schen schroffen, stellenweise überhängenden Fels
wänden zu den Eisfeldern des Breithorns 3779 in
hinauf; auf hohen Seitentcrrassen machen sich die
Kurorte Mürren und Wengen die sonnige,
weitschauende Lage zu nutze. Über die Felskante
stürzen die Seitenbäche in schmalen Silberbändern
zur Tiefe; darunter ist der Staubbach bei Lau
te r b r u n n e n mit 4M m Sturzhöhe der bekann
teste. Grindelwald liegt inmitten einer wie
sengrünen, häuserbesäeten Talmulde, im Süden um-
schlossen von den schreckhaft steilen Wänden der
Hochgebirgsgipfel der Wetterhörner, Schreckhörner,
Fiescherhörner 4040 m und des Eigers 3975 m.
Aus ihren Firnfeldern senken sich die schnttbedeck-