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sonay und Vufflens. Das vom Jorat zum
Nenenburgersee hinunterziehende Tal der Mentoue
wird von Lausanne über Echallcns durch eine
Nebenbahn erschlossen.
Die Platcauflächen des in runder Zahl 700 m
hohen westschweizerischen Mittellandes senken sich
in langem, durch die Tälchen der Seitenbäche nur
wenig gegliedertem Steilabfall zum Genfersee. Die
80 Km lange Wasserfläche dringt mit ihrem obern
Ende in die schroff abbrechenden Voralpen hinein
und zieht in sichelförmiger Umbiegung mit dem
schmalen Südwestende in die zwischen Jura und
Alpen eingeengte Landschaft von Genf. Am Süd
ufer des obern Sees entsteigen die bewaldeten und
schwach bewohnten Steilhaldcn der Savoyer Alpen
den tiefblauen Fluten. Im denkbar auffälligsten
Gegensatz dazu steht die reiche Kulturlandschaft der
Schweizer Seite. Das windgeschützte, sonnige Ufer
gelände, einem riesigen Spalier vergleichbar, prangt
bis zu den dunstverschleierten Fernen in dem sammet
artigen Grün der terrassierten Weinberge. Ein
schimmernder Kranz von Uferorien spiegelt sich im
See, dessen Fläche von zahlreichen Dampfern be
lebt ist. Lastbarken mit der charakteristischen „voite
Intine" zwei hohen, gekreuzten Dreiecksegeln, ver
frachten den Kalkstein aus den Brüchen des savoyi-
schen Uferortes Meillerie nach den Bauplätzen des
Nordufers.
Lausanne, 63 900 Einwohner, die Haupt
stabt des 315 400 Seelen zählenden protestantischen
Kantons, breitet in herrlicher Lage über dem See
am Abhang des Jorat seine Villenquartiere um
die eng gebaute, vom Münster beherrschte Altstadt
aus. Der hügelige Boden erforderte zur bequemen
Verbindung der höher gelegenen Stadtteile den Bau
von Brücken über die Talmulden hinweg.' Auf der
Hügelterrasse des Montbenon steht der Palast des
Genferses
Sstufamie