Full text: Die Schweiz

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einzelnen ist auf dem verhältnismäßig kleinen Raum 
der Schweiz die Wärme sehr verschieden, vor allem 
wegen der großen Höhenunterschiede: Je höher, desto 
kälter. 
Die Lust wird nicht direkt durch die Sonnen 
strahlen, sondern vom Boden her erwärmt. In der 
Nähe dieser Heizfläche ist sie am wärmsten: mit zu 
nehmender Höhe wird sie kühler, im Verhältnis von 
ungefähr 0,5 0 auf je 100 m. 
Rauh und unwirtlich sind schon die Kämme 
und hochgelegenen Täler des Jura. La Brövine 
im Neuenburger Jura und die Dörfer des Joux- 
tales zählen zu den kältesten im Winter bewohn 
ten Orten der Schweiz. In den Alpen führt ein 
Aufstieg der Reihe nach durch immer kühlere Höhcn- 
gürtel bis zu jener Höhe, wo bei der geringen 
Wärme auch im Sommer der Schnee nicht mehr 
weicht. Vom Alpenfuß bis zum ewigen Schnee 
der Hochgebirgsgipfel beobachtet man eine ähnliche 
Abstufung des Klimas und des Pflanzenkleides 
wie auf einer Wanderung gegen den Pol. Die 
niedrig gelegenen Landesteile haben gegenüber dem 
Gebirge den Vorteil höherer Temperaturen, die erst 
den lohnenden Anbau der Kulturpflanzen ermögli 
chen und im Verein mit anderen Vorzügen dem 
Tiefland eine ansehnliche Volksdichte sichern. Solche 
Gebiete sind das südliche Tessin, das Mittelland, 
dessen tiefste Lagen am Genfersee auch die wärm 
sten sind, und der Nordfuß des Jura bei Basel. 
Die Uferlandschaft des obern Genfersces und die 
Tcssiner Kurorte Locarno und Lugano verdanken 
allerdings ihr ungewöhnlich mildes Klima außer 
der geringen Meereshöhe ebenso sehr dem Schutz 
vor den Nordwinden und der kräftigen Sonnen 
strahlung ans die südwärts fallenden Abhänge^). 
*) Bergt, de» Abschnitt über Fremdenverkehr S. 116.
	        
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