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Allgemeine Gesellschaftslehre

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Bibliographic data

fullscreen: Allgemeine Gesellschaftslehre

Monograph

Identifikator:
1823562132
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-217461
Document type:
Monograph
Author:
Sander, Fritz http://d-nb.info/gnd/140473750
Title:
Allgemeine Gesellschaftslehre
Place of publication:
Jena
Publisher:
Verlag von Gustav Fischer
Year of publication:
1930
Scope:
XVI, 572 Seiten
Digitisation:
2022
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
VII. Kapitel. Die Besonderheiten der Vergesellschaftungs- Werbungs- Seelenaugenblicke und der Vergesellschaftungs- Seelenaugenblick hinsichtlich der Vergesellschaftungs-Interesse-Gedanken
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Allgemeine Gesellschaftslehre
  • Title page
  • Contents
  • I. Kapitel. Grundwissenschaft und Gesellschaftswissenschaft
  • Kapitel II. Das Wollen
  • III. Kapitel. Das Streben
  • IV. Kapitel. Vergemeinschaftung und Gemeinschaft
  • V. Kapitel. Vergesellschaftung und Gesellschaft
  • VI. Die Macht
  • VII. Kapitel. Die Besonderheiten der Vergesellschaftungs- Werbungs- Seelenaugenblicke und der Vergesellschaftungs- Seelenaugenblick hinsichtlich der Vergesellschaftungs-Interesse-Gedanken
  • VIII. Kapitel. Andere Besonderheiten der Vergesellschaftungs-Werbungs-Seelenaugenblicke und der Vergesellschaftungs-Seelenaugenblicke
  • IX. Kapitel. Staats-Gesellschaft, Rechts-Gesellschaft und Wirtschafts-Gesellschaft

Full text

384 
AA 
VII. Kapitek. 
nannten Art liegt vor, wenn A zu B sagt: „Gehen Sie doch spazieren, 
das wird Ihnen gut tun“. In solchem Falle wirbt A um besonderes 
Verhalten des B, indem er ihm eine günstige Folge jenes „Verhaltens“ 
in Aussicht stellt, welche durch kein vom Werben des A verschiedenes 
Verhalten des A bedingt wäre. Ein Beispiel für eine Empfehlung der 
unter b) genannten Art liegt vor, wenn A zu B sagt: „Gehen Sie doch 
ins Nebenzimmer, ich habe dort heizen lassen!“, wobei A meint, daß 
er im Nebenzimmer nicht deshalb heizen ließ, damit B dort Wärme 
empfange, also nicht in der Absicht, dem B künftiges werbungsgemäßes 
Verhalten günstig zuzurechnen. In solchem Falle wirbt also A um 
besonderes Verhalten des B, indem er ihm eine günstige Folge jenes 
Verhaltens in Aussicht stellt, welche durch ein vom Werben des A 
verschiedenes Verhalten des A, das aber kein zurechnendes Verhalten 
des A war, bedingt wäre. Ein Beispiel für eine „Empfehlung“ der unter 
c) genannten Art liegt schließlich vor, wenn A zu B sagt: „Wenn Sie 
erfahren, wer das getan hat, so teilen Sie es dem C mit, ich habe ihm 
den Auftrag gegeben, jedem, der eine bezügliche Mitteilung macht, 
tausend Kronen auszuzahlen“. In solchem Falle wirbt A. um besonderes 
Verhalten des B, indem er ihm eine günstige Folge jenes Verhaltens 
in Aussicht stellt, welche durch ein zurechnendes Verhalten des A be- 
dingt wäre, nicht aber durch jemandes Erfahrung, daß B einer Ver- 
halten-Werbung des A. entsprochen habe, da A. dem C gar nicht mit- 
geteilt hat, daß er um jene Mitteilung des B geworben habe. Hin- 
gegen liegt ein Beispiel einer „Zusicherung“ vor, wenn A zu B sagt: 
„Wenn Sie erfahren, wer das getan hat, so teilen Sie es dem C mit, 
ich habe ihm den Auftrag gegeben, Ihnen, wenn Sie meiner Auf- 
forderung nachgekommen sind, tausend Kronen auszuzahlen!“ 
In solchem Falle wirbt A um besonderes Verhalten des B, indem er 
ihm eine günstige Folge jenes Verhaltens in Aussicht stellt, welche 
durch zurechnendes Verhalten des A und Erfahrung der Werbung- 
Entsprechung durch C bedingt wäre. 
Hinsichtlich der Gegebenen „Warnung“ und ‚„‚Drohung“‘‘ finden 
wir häufig die Bestimmung, daß eine „Warnung‘ die In Aussicht- 
Stellung eines vom Wollen des In Aussicht-Stellenden unabhängigen 
ungünstigen Ereignisses, hingegen eine ‚Drohung‘ die In Aussicht- 
Stellung eines vom Wollen des In Aussicht-Stellenden abhängigen Er- 
eignisses sei. Diese unterscheidende Bestimmung ist aber keineswegs zu- 
treffend. Sagt nämlich etwa A zu B in der Nähe eines Steinbruches: 
„Bleiben Sie hier stehen, ich werde jetzt im Steinbruche Sprengungen 
vornehmen |‘, so stellt A dem B als Folge seines „Weitergehens‘“ ein 
ungünstiges Ereignis — „Verwundet- oder Getötet-werden‘“ — in Aus- 
sicht, welches durch ein Wollen und Verhalten des A -— dessen 
„Sprengen“ — bedingt sein wird. Dennoch aber liegt keine „Drohung“.
	        

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Allgemeine Gesellschaftslehre. Verlag von Gustav Fischer, 1930.
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