Vergesellschaftung und Gesellschaft.
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stets besondere Seelen durch kraft besonderer Gründe bestehende Gesellschafts-Beziehungen
bestimmt werden. Mit der bloßen Aussage,
daß die Gesellschafts- Wissenschaften „Beziehungs-Wissenschaften“ sind,
ist also das Gewußte jener Wissenschaften noch gar nicht bestimmt,
Denn abgesehen von dem Umstande, daß es zahlreiche Beziehungs-Wissenschaften
gibt, die nicht „Gesellschafts-Wissenschaften“ sind, also
erst jene besondere Beziehung dargelegt werden muß, welche gerade
das Gewußte der „Gesellschafts- Wissenschaften“ ausmacht, sind eben die
„Gesellschafts- Wissenschaften von Einzigen“ Wissenschaften, deren logisches
Prädikat die Beziehung „Gesellschaft“ ist, deren logisches Subjekt
stets zwei Seelen, also zwei Einzige sind, während die „Allgemeine
Gesellschafts-Wissenschaft“ samt den „Besonderen Gesellschafts-Wissenschaften“
Wissenschaften sind, die eigentlich „Einheitswissenschaften“
sind, deren logisches Prädikat Wesensallgemeines und besonderndes
Allgemeines ausmachen, und deren logisches Subjekt solche Allgemeine
sind, welche sich als Gründe in „Gesellschafts-Beziehungen‘“ finden,
Fassen wir aber — was allerdings ungenau ist — jene Einheitswissenschaften
als Wissenschaften auf, deren logisches Subjekt die Beziehung
„Gesellschaft“ ist, so können wir alle Gesellschafts-Wissenschaften insoferne
als Beziehungs-Wissenschaften bezeichnen, als sich in ihrem
Gewußten — und zwar entweder als logisches Subjekt oder als logisches
Prädikat — stets eine Beziehung, nämlich „Gesellschaft“ findet — in
welchem Sinne wir auch überhaupt von „Seelenbeziehungs-Wissenschaften“
gesprochen haben.
Jedenfalls aber kommt mit der Bestimmung der „Gesellschafts-Wissenschaften“
als „Beziehungs-Wissenschaften“ zutreffend zum Ausdrucke,
daß eben „Gesellschaft“ besondere Beziehung, niemals aber
„Einheit“ oder gar „Einzelwesen“ ist. „Gesellschaft“ ist besondere Beziehung
zweier Seelen, niemals aber eine Zusammengehörigkeitsbeziehung
zweier Seelen, in welch’ letzterem Falle allein „zwei Seelen
in Gesellschaft“ eine Einheit bilden würden. Es bilden nicht einmal
zwei Seelen in Vergesellschaftungs-Zusammenhange eine „Einheit“, und
zwar deshalb nicht, weil solcher Wirkenszusammenhang zweier Seelen,
wie jeder andere Wirkenszusammenhang zweier Seelen, sich stets nur
als ein mittelbarer Zusammenhang darstellt, also ein Verhalten-Werbung-Wollen
besonderer Seele nur dann als wirkende Bedingung mit einem
Entsprechung-Seelenaugenblicke anderer Seele zusammengehört, wenn
besonderen Körpern, insbesondere auch Leibern, besondere Allgemeine
als grundlegende Bedingungen zugehören. Eine besondere Seele könnte
aber mit einer anderen besonderen Seele nur dann eine Wirkenseinheit
bilden, wenn zwischen jenen beiden Seelen ein unmittelbarer Wirkens-Zusammenhang
möglich wäre, so daß also an jenen beiden Seelen die unmittelbare
„Ursache“ für eine besondere Veränderung der einen der beiden