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Wissenschaftlicher Sozialismus, Kommunismus, Anarchismus und Bolschewismus

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Bibliographic data

fullscreen: Wissenschaftlicher Sozialismus, Kommunismus, Anarchismus und Bolschewismus

Monograph

Identifikator:
1004944497
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-18162
Document type:
Monograph
Author:
Bovensiepen, Rudolf http://d-nb.info/gnd/116299916
Title:
Wissenschaftlicher Sozialismus, Kommunismus, Anarchismus und Bolschewismus
Place of publication:
Neumünster
Publisher:
Nordische Verlagsanstalt R. Hieronymus
Year of publication:
1919
Scope:
1 Online-Ressource (80 Seiten)
Digitisation:
2017
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Fünftes Kapitel. Karl Marx und der Marxismus
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Wissenschaftlicher Sozialismus, Kommunismus, Anarchismus und Bolschewismus
  • Title page
  • Contents
  • Erstes Kapitel. Wesen, Bedeutung und Unterschiede vom wissenschaftlichen Sozialismus, Sozialdemokratie, Kommunismus und Anarchismus
  • Zweites Kapitel. Der utopische Sozialismus
  • Drittes Kapitel. Ferdinand Lassalle und seine Bedeutung für die Arbeiterbewegung
  • Viertes Kapitel. Der wissenschaftliche Anarchismus
  • Fünftes Kapitel. Karl Marx und der Marxismus
  • Sechstes Kapitel. Der Bolschewismus
  • Siebentes Kapitel. Schlußbetrachtung, Rückblick und Ausblick. Die neue Wirtschaft und ihr Geist

Full text

— 41 — 
Lohnbewegung und wilde, die ganze deutsche Volkswirtschaft zerrüttende 
Streiks ausgewachsen hat, einfach entsetzt sein würde! 
In der Kritik dieser Klassenkampftheorie können wir uns sehr kurz fas 
sen. Alles, was wir in unseren früheren Aufsätzen über den historischen Ma 
terialismus zu dessen Bekämpfung ausführten, gilt auch hier. Gewiß üben 
wirtschaftliche Vorgänge und wirtschaftliche Machtverhältnisse einen sehr 
weitgehenden Einfluß auf das Dasein und die geschichtliche Entwickelung .der 
einzelnen Menschen sowohl wie ganzer Völker aus, aber es ist eine unge 
heuere Uebertreibung und gewaltige Einseitigkeit, zu lehren, daß der ganze 
Ablauf der menschlichen Dinge, die gesamte politische, geistige und auch 
religiöse Geschichte weiter nichts sei als ein Kampf der sozialen Klassen um 
die Futterplätze und um die Macht. Niemals ist damit menschliche Univer 
salgeschichte identisch und erklärt sich aus ihm restlos! Das ist schon früher 
mit allem Nachdrück betont. Nur das sei hier nochmals besonders hervor 
gehoben: Die Religion führt ihre ei!gene von der Wirtschaft und vom je 
weiligen Staate fast losgelöste Sonderexistenz für sich. Ihr Reich ist nach 
den Worten des großen Nazareners wahrhaftig nicht von dieser Welt. Die 
Religion, deren wechselvolle Gestalten einen sehr großen Teil der 
Menschheitsgeschichte ausmachen, erhebt den Gläubigen über das Dies 
seits, sie tröstet ihn über die irdischen Bedrängnisse und bringt ihn in ein 
Verhältnis zu Gott und hebt ihn empor über die Schrecken des Todes. Die 
Religion verfolgt durchaus überirdische Ziele, die mit staatlichen und wirt 
schaftlichen Dingen schlechterdings nichts, aber auch gar nichts gemein 
haben. 
Die wissenschaftlichen Schwächen dieser Klassenkampflehre sind denn auch 
den besten Köpfen des Sozialismus, insbesondere des Revisionismus" 
in der Sozialdemokratie nicht immer verborgen geblieben. Aber 
sie konnten sich leider nicht dazu entschließen, „diese völlig ver 
altete Doktrin" (wie sie einer der geistvollsten neueren Sozial 
demokraten Dr. Paul L e n s ch in seiner soeben erschienenen klei 
nen Schrift „Am Ausgang der deutschen Sozialdemokratie" (S. 25) 
nennt) in ihrer „Starrheit und Enge" zu überwinden. Diese schwere „Unter 
lassungssünde" richtete sich nun „mit zerschmetternder Gewalt gegen sie selbst 
und gegen Staat und Freiheit." (Lensch a. a. O., S. 23.) Spartakus und 
Unabhängige nützten sie trefflich aus. „Mit dieser alten Ideologie haben 
Unabhängige Und Spartakisten den Bürgerkrieg in Deutschland entfesselt, 
die Kämpfe in Berlin, unter Liebknecht und Luxemburg, in Bremen, Mün 
chen, im Rührgebiet, in Mitteldeutschland, sie alle hatten zur Grundlage 
die alte Klassenkämpftheorie." (Lensch, S. 23.) Man hatte schon ganz wieder 
vergessen oder richtiger wohl, man war sich überhaupt gar nicht darüber 
klar geworden, daß jetzt nach dem 9. November 1918 nicht mehr die Bour- 
goisie die herrschende Klasse im Staate ist, sondern die Arbeiterschaft. 
c) D i e Marxische Wert- und Mehrwerttheorie. 
Nach dem kurzen Aufriß der Fundamente der stolzen sozialphilosophi 
schen Lehren des Karl Marx wollen wir uns nunmehr der Darlegung seiner 
wichtigsten einzelnen nationalökonomischen Lehren zuwenden. Wir be-
	        

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Wissenschaftlicher Sozialismus, Kommunismus, Anarchismus Und Bolschewismus. Nordische Verlagsanstalt R. Hieronymus, 1919.
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