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Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen

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Bibliographic data

fullscreen: Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen

Monograph

Identifikator:
1010911953
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-20641
Document type:
Monograph
Author:
Gide, Charles http://d-nb.info/gnd/117543985
Rist, Charles http://d-nb.info/gnd/172332966
Title:
Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen
Edition:
Nach der zweiten durchgesehenen und verbesserten Ausgabe, herausgegeben von Franz Oppenheimer
Place of publication:
Jena
Publisher:
Verlag von Gustav Fischer
Year of publication:
1913
Scope:
1 Online-Ressource (XXII, 828 Seiten)
Digitisation:
2018
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Erstes Buch. Die Begründer
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen
  • Title page
  • Allgemeine Inhaltsangabe
  • Erstes Buch. Die Begründer
  • Zweites Buch. Die Gegner
  • Drittes Buch. Der Liberalismus
  • Viertes Buch. Die Abtrünnigen
  • Fünftes Buch. Die Lehren der neuesten Zeit
  • Analytische Inhaltsübersicht
  • Alphabetisches Namenverzeichnis
  • Sachregister

Full text

Kapitel III. Die Pessimisten. 
141 
Kosten, die jede bis zu ihren äußersten Schranken getriebene Nutzbar 
machung bedingt. So erscheint das Gesetz vom „sinkenden Boden 
ertrag“, auf das wir znrückkommen werden, schon als die wirkliche 
Grundlage der MALTnus’schen Gesetze, obgleich er nicht ausdrücklich 
darauf hinweist. 
Es liegt auf der Hand, daß in der Tat an einem gegebenen 
Ort sich nicht mehr lebende Wesen befinden können, als dort ihren 
Lebensunterhalt finden: das ist ein Truismus. Denn wenn mehr vor 
handen sind, müssen selbstverständlich die Zuvielen Hungers sterben 1 ). 
Dies tritt in der Tier- und Pflanzenwelt stets ein: die ungeheuerliche 
Vermehrung der Keime der Lebewesen wird durch den Tod un 
erbittlich auf das zulässige Verhältnis zurückgeführt, und das von 
der Notwendigkeit bestimmte Niveau steigt und fällt ebensowenig, 
wie der Wasserstand in einem gut regulierten Behälter schwankt. 
Denn die furchtbaren Verheerungen des Todes werden ständig durch 
unerschöpflichen Lebensdrang wieder ersetzt. Bei den wilden Völkern 
stirbt nun ebenso wie bei wilden Tieren ein großer Bevölkerungsteil 
buchstäblich Hungers. Malthus weist eingehend auf den Zustand 
dieser primitiven Gemeinschaften hin. Hierin war er ein Vorläufer 
jener prähistorischen Soziologie, die seit ihm bedeutende Fortschritte 
gemacht hat. 
Er zeigt sehr klar, wie dieser Mangel an Nahrungsmitteln 
hundert Übel nach sich zieht, nämlich nicht nur die große Sterblich 
keit und die Epidemien, sondern auch die Menschenfresserei, den Kinder- 
nnd Greisenmord und besonders den Krieg, der, auch wenn sein Ziel 
nicht mehr darin besteht, die Besiegten aufzufressen, doch wenigstens 
den Zweck hat, ihnen ihr Land und die Lebensmittel, die es hervor 
bringen kann, zu nehmen. Das nennt er p o s i t i v e oder repressive 
Hemmungen. 
Könnte man aber hierauf nicht erwidern, daß dieser Mangel an 
Nahrungsmitteln, bei den Wilden, wie bei den Tieren mehr auf einer 
Produktionsunfähigkeit, als auf einer Übervölkerung beruhe? 
Malthus erwidert jedoch sofort mit dem Hinweis auf die Bei 
behaltung vieler dieser Gewohnheiten selbst bei so zivilisierten 
Völkern wie den Griechen. Sogar bei modernen Völkern bestehen, 
‘wenn auch abgeschwächt, diese Formen brutaler Unterdrückung. 
*) Mit Bezug hierauf schrieb Malthus den bekannten, stets wiederholten Satz, 
den man ihm beständig zum Yorwurf gemacht hat, obgleich er von ihm schon in 
der 2. Ausg. gestrichen wurde: „der in die . . . schon mit Beschlag belegte Welt 
Geborene . . . findet an der großen Tafel der Natur keinen für ihn gedeckten Platz. 
Die Natur befiehlt ihm, wieder zu verschwinden und zögert nicht, ihrem Befehl 
nachzuhelfen.“ Hierbei darf aber nicht vergessen werden, daß Malthus an der 
Reorganisation der öffentlichen Wohlfahrtsbehörde, wie sie vor lb32 in England be 
stand, mitgewirkt hat.
	        

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Responsible Government in the Dominions. Clarendon Pr., 1912.
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