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Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen

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Bibliographic data

fullscreen: Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen

Monograph

Identifikator:
1010911953
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-20641
Document type:
Monograph
Author:
Gide, Charles http://d-nb.info/gnd/117543985
Rist, Charles http://d-nb.info/gnd/172332966
Title:
Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen
Edition:
Nach der zweiten durchgesehenen und verbesserten Ausgabe, herausgegeben von Franz Oppenheimer
Place of publication:
Jena
Publisher:
Verlag von Gustav Fischer
Year of publication:
1913
Scope:
1 Online-Ressource (XXII, 828 Seiten)
Digitisation:
2018
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Erstes Buch. Die Begründer
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen
  • Title page
  • Allgemeine Inhaltsangabe
  • Erstes Buch. Die Begründer
  • Zweites Buch. Die Gegner
  • Drittes Buch. Der Liberalismus
  • Viertes Buch. Die Abtrünnigen
  • Fünftes Buch. Die Lehren der neuesten Zeit
  • Analytische Inhaltsübersicht
  • Alphabetisches Namenverzeichnis
  • Sachregister

Full text

178 
Erstes Buch. Die Begründer. 
Anspruch erhoben, allgemeine, beständige und unvermeidliche Gesetze 
zu sein, während sie bei Malthüs und Ricardo diesen Charakter an 
nehmen. Malthus sagt: „Infolge der Ursachen, die die Be 
völkerung regeln und die Vermehrung des Menschengeschlechtes 
bedingen, wird der Lohn der Schwächsten sich niemals viel über dem 
Niveau halten, das die Natur und die Gewohnheit zum Unterhalt des 
Arbeiters als unbedingt nötig fordern“ (S. 128). Und Ricardo sagt 
noch bestimmter: ‘„Der natürliche Preis der Arbeit ist der, der 
den Arbeitern im allgemeinen die Mittel gibt, ihr Leben zu fristen 
und sich ohne Vermehrung oder Verminderung ihrer Klasse fortzu- 
pilanzen“ \S. 67). Die Worte „ohne Vermehrung oder Verminderung“ 
sind bemerkenswert, sind wohl zu beachten; sie bedeuten nämlich, 
daß, wenn es in der Arbeiterfamilie mehr Kinder gibt, als nötig sind, 
um die Zahl auf der Höhe der elterlichen Generation zu halten, der 
Lohn unter den normalen Satz sinken wird, bis das Gleichgewicht 
durch höhere Sterblichkeit wieder hergestellt ist. 
• Damit wird aber nicht gesagt, daß der Nominal lohn, in Geld 
ausgedrückt, nicht steigen könne. Er muß im Gegenteil mit Not 
wendigkeit höher werden, da der Preis der Lebensmittel beständig 
aufwärts strebt. Wenn der Geldlohn derselbe bliebe, würde der Arbeiter 
bald nicht genug zum Essen haben. Der Lohn wird daher im gleichen 
Verhältnis wie der Getreidepreis steigen, so daß der Arbeiter sich 
stets^die gleiche Menge, nicht mehr und nicht weniger, beschaffen 
kann. Der Real lohn, in natura ausgedrückt, wird dagegen stationär 
bleiben, aber gerade in ihm kommt offenbar der Wohlstand der 
Arbeiterklasse zum Ausdruck. 
Dabei ist es noch die Frage, ob er stationär bleibt? Ricardo 
scheint das nicht zu glauben; „Im natürlichen Vorwärtsschreiten der 
Gesellschaften zeigt der Lohn die Tendenz zu fallen, insofern 
er durch Angebot und Nachfrage geregelt wird, weil die Anzahl der 
Arbeiter beständig um etwas schneller als die Nachfrage wächst“ 
(8. 73) 1 ). 
Es ist möglich, daß die Steigerung des Nominallohnes diesen 
Rückgang verschleiert: „In diesem Fall scheinen die Löhne zu steigen; 
sein (des Arbeiters) Schicksal wird trotzdem weniger glücklich sein; 
zwar wird er einen höheren Geldbetrag als Lohn erhalten, aber dieser 
Geldbetrag wird weniger in Getreide wert sein“ (8.77). Nur in dem 
Falle, daß die Arbeiterklasse genügend Voraussicht anwendet, um 
die Zahl ihrer Kinder einzuschränken, kann sie hoffen, wenigstens den 
Status quo aufrecht zu erhalten: „Es ist eine unbestreit- 
‘) „Die Lage des Arbeiters wird sich im allgemeinen verschlechtern, während 
die des Grundbesitzers sich verbessern wird“ (S. 78).
	        

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Geschichte Der Volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen. Verlag von Gustav Fischer, 1913.
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