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Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen

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Bibliographic data

fullscreen: Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen

Monograph

Identifikator:
1010911953
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-20641
Document type:
Monograph
Author:
Gide, Charles http://d-nb.info/gnd/117543985
Rist, Charles http://d-nb.info/gnd/172332966
Title:
Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen
Edition:
Nach der zweiten durchgesehenen und verbesserten Ausgabe, herausgegeben von Franz Oppenheimer
Place of publication:
Jena
Publisher:
Verlag von Gustav Fischer
Year of publication:
1913
Scope:
1 Online-Ressource (XXII, 828 Seiten)
Digitisation:
2018
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Drittes Buch. Der Liberalismus
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen
  • Title page
  • Allgemeine Inhaltsangabe
  • Erstes Buch. Die Begründer
  • Zweites Buch. Die Gegner
  • Drittes Buch. Der Liberalismus
  • Viertes Buch. Die Abtrünnigen
  • Fünftes Buch. Die Lehren der neuesten Zeit
  • Analytische Inhaltsübersicht
  • Alphabetisches Namenverzeichnis
  • Sachregister

Full text

382 
Drittes Buch. Der Liberalismus. 
Wärme spendenden Eigenschaften des einen oder die nahrhaften des 
anderen bezahlen solle. »Wenn es aber wahr ist, daß die Natur nichts 
fordert, so ist es doch nicht wahr, daß der Besitzer nichts weiter 
als die Rückerstattung seiner Auslagen an Mühe und Kosten ver 
langt. Er begnügt sich nur damit, wenn er durch die Konkurrenz 
unbedingt dazu gezwungen wird! Diese Bedingung ist nun fast 
niemals gegeben, und die ökonomischen Theorien erklären gerade, 
weshalb der Verkaufspreis gewöhnlich den Gestehungspreis übersteigt, 
und wie sich dieser Überschuß unter den verschiedenen Kategorien, 
Rente, Profit, Mehrwert, darstellt. * 
Im Grunde war sich Bastiat sehr wohl der Schwäche seiner Be 
weisführung bewußt. Er sieht sehr gut, daß der Eigentümer eines 
berühmten Weinberges oder eines an den Champs-Elysees gelegenen 
Baugrundes viel mehr erhalten kann, als die Bezahlung seiner Arbeit. 
Aber dann rettet er sich in seine Werttheorie: dieser Eigentümer 
wird niemals mehr erhalten als den Preis des geleisteten Dienstes. 
— Zugegeben! Deshalb ergibt sich aber doch, daß die Tatsache, 
einen natürlichen Reichtum zu besitzen, es gestattet, den Preis der 
Dienste, die der Eigentümer leistet, bedeutend zu er 
höhen, und was bleibt dann von dem sog. Gemeineigentum und den 
vom Besitzer seinen Brüdern unentgeltlich und ohne Vorbehalt über 
wiesenen Gütern übrig? 
Welche Überlegenheit zeigt demgegenüber die Theorie Caeey’s, 
sowohl durch ihren wissenschaftlichen Wert, als auch durch ihre 
große soziale Tragweite! Caeey nimmt Punkt für Punkt die Theorie 
Ricaedo’s vor, die Bastiat nur sehr ungenau gekannt zu haben 
scheint 1 ). Der These Ricaedo's gegenüber, daß der Wert des Ge 
treides fortschreitend höher werden muß, weil der Mensch, nachdem 
er die fruchtbarsten Böden in Besitz genommen hat, gezwungen ist, 
nach und nach unfruchtbarere in Bewirtschaftung zu nehmen, ant- 
*) Bastiat scheint die Bodenrente nicht besonders studiert zu haben. Das 
Kapitel der Harmonies, das diese Überschrift trägt, ist unvollendet geblieben. 
Einer seiner Schüler jedoch, de Fontenay, hat ihr ein ganzes, heute vergessenes, 
jedoch sehr glänzendes Buch gewidmet; Du Eevenu foncier (1854). Er bemüht 
sich nachzuweisen: 
1. daß die ÄiCAKDo’sche Bodenrente, d. h. die Differenzialrente nicht existiert, 
da alle Felder gleichwertig sind, aber nur unter der Bedingung, daß mau 
es versteht, die für ein jedes geeignetste Kultur anzuwenden; 
2. daß die Kente der natürlichen Fruchtbarkeit, die der Physiokraten oder 
Adam Smith’s, ebensowenig existiert, da alle Nützlichkeit (und nicht nur aller Wert!) 
einzig auf der Arbeit beruhe. Ein Pfirsich, eine Weintraube, ein Weizenkorn, ein 
Schlachtochse werden einzig vom menschlichen Fleiß geschaffen: die Natur ist stets 
durchaus unfähig gewesen, es zu tun, und wird es auch stets bleiben. — Dies ist 
übrigens durchaus richtig, wenn man sagt, die Natur allein; aber genau dasselbe 
kann man dann auch von der Arbeit allein sagen.
	        

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Oeuvres Complètes. Guillaumin, 1847.
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